Der designierte Nachfolger von Prof. Dr. Reinhold Kreile im Amt des GEMA-Vorstandsvorsitzenden, Dr. Harald Heker, hat die potenziellen Gefahren der digitalisierten Welt schon früh erkannt: „Was uns Sorge bereitet, ist die Auswirkung der technischen Revolution, aufgrund derer es in absehbarer Zeit weniger auf den Verkauf von körperlichen Trägern ankommt als auf die unkörperliche Online- sowie Kabel- und Satellitenlieferung z. B. von Musik, Filmen, Büchern, Zeitschriften etc“, warnte der Jurist bereits vor rund zehn Jahren in einem Vortrag an der Universität Münster. „Die Piraterie wird damit zum Kinderspiel.“
Schon zu dieser Zeit, 1996, galt der damalige Justiziar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels als Experte für Urheberrechtsfragen. Im „Börsenblatt“, der Verbandszeitschrift der Buchhandelsexperten, hatte er etwa zur selben Zeit „ein wirksames Urheberrecht“ als Voraussetzung für die kulturelle Eroberung des Internets gefordert. Sonst würde das Internet „zur leeren Geisterbahn“ verkommen, „da keiner der Rechtsinhaber seine Inhalte aus Angst vor Piraterie und sonstigen ungenehmigten Nutzungen publiziert“.
Nach Abschluss des Studiums der Rechtswissenschaften an der Universität München im Jahr 1988 promovierte Heker an der Universität Freiburg zum Dr. jur. Von 1988 an arbeitete er bereits als Rechtsanwalt und als Geschäftsführer des Instituts für Urheber- und Medienrecht in München. 1990 wechselte er schließlich zum Börsenverein in Frankfurt, wo er als Justiziar über zehn Jahre die Rechtsabteilung leitete. Als ausgewiesener Kenner der Materie begleitete er in dieser Zeit die Anpassung des Urheberrechts an die neuen Technologien und die Sicherung der Buchpreisbindung.
Über Fragen der Buchpreisbindung hatte Heker zwischenzeitlich auch die GEMA-Mitglieder aufgeklärt: Im Mai 1998 hielt er im Rahmen einer GEMA-Tagung einen Vortrag zu diesem Thema. Die gesamte Veranstaltung widmete sich der Zukunft des geistigen Eigentums im Spannungsfeld zwischen nationaler Regulierungskompetenz und europäischen Wettbewerbsvorschriften. Anfang 2001 stieg Heker zum Hauptgeschäftsführer des Verbands auf; im Jahr 2003 übernahm er zusätzlich den Posten des Sprechers der Geschäftsführung der Börsenverein Beteiligungsgesellschaft. In dieser Gesellschaft bündelt der Verband seine wirtschaftlichen Aktivitäten, etwa die Ausrichtung der Frankfurter Buchmesse.





