Die Rolling Stones nehmen die Promotion im Vorfeld ihrer demnächst startenden Welttournee und der Veröffentlichung ihres neuen Albums „A Bigger Bang“ ernst. So macht man Schlagzeilen: Ein paar digitale Exklusivangebote hier, ein wenig Football dort und dazu wie aus dem Revoluzzer-Lehrbuch eine Portion Bush-Bashing.
Bei iTunes verkauft Virgin derzeit gleich drei Songs aus dem Anfang September erscheinenden Album, mit dem US-Fernsehsender ABC gibt es eine Marketingpartnerschaft rund um den Saisonstart der Football-Liga NFL und in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Newsweek“ wurden nun rechtzeitig noch kritische Songtexte lanciert. In dem Stück „Sweet Neo Con“ singt Mick Jagger über US-Präsident George Bush „You call yourself a Christian, I call you a hypocrite / You call yourself a patriot, well I think you’re full of shit“ – zu deutsch etwa: „Du bezeichnest Dich als Christ, ich nenn‘ Dich einen Pharisäer / Du bezeichnest Dich als Patriot, für mich bist Du eher ein Scheißkerl.“
Solche Bush-feindlichen Töne sind im Prinzip nichts neues, Musiker wehren sich seit Jahren gegen den Neokonservativen im Weißen Haus, doch in letzter Zeit wurde es an der musikpolitischen Front eher ruhig. Doch so zielgruppenkompatibel diese Kampagne auf den ersten Blick auch scheint: Der Schuss gegen Bush könnte für Virgin nach hinten losgehen. Die Profiliga NFL gilt als eher konservativ, die Mehrheit der Football-Fans ebenso. Laut CNN überlegt man bei der NFL bereits, wie man aus dem Deal mit den Stones wieder aussteigen kann. Gemeinsam mit dem Sender ABC hatte man sich eigentlich auf eine Kooperation für die gesamte Saison verständigt. Vor den Spitzenspielen von „Monday Night Football“ sollten immer Videos und Ausschnitte aus den Konzerten der Stones-Tour gezeigt werden.






