Am zweiten Tag des Summits hielt die Musikerin Balbina im Saal K6 des Hamburger Kampnagel die eröffnende Keynote zu den Themen künstliche Intelligenz, Demokratie und die Verantwortung Kunstschaffender. Ihr zentrales Argument: KI verfüge über kein „Warum“, kein Gefühl, keinen Impuls. „Sie ist nicht human nature, sie ist digital nature“, sagte sie. Als Beleg für die gesellschaftliche Sprengkraft dieser Entwicklung diente ihr das virale TikTok-Phänomen rund um den Wal Timmy. Über diesen fanden KI-generierte Songs massenhafte Verbreitung, ohne dass echte Künstler dahinterstanden. Das Publikum habe diesen Liedern nachträglich ein „Warum“ gegeben und sie damit aufgeladen, so Balbina. Daraus leitete sie ein neues Kräfteverhältnis ab: Musikschaffende, Digitalkonzerne und das Publikum bildeten heute einen Dreiklang von Stakeholdern, der die demokratische Öffentlichkeit neu formt. Ihr Appell war unmissverständlich: „Wenn wir nicht von beobachtenden Bürger:innen zu aktiv gestaltenden Bürger:innen werden, werden wir auch die Demokratie gefährden.“ Der technologische Wandel warte nicht auf gesellschaftliche Debatten oder die Gesetzgebung in Brüssel, betonte sie. Wer nicht mitgestalte, werde abgehängt.
Kreativwirtschaft fordert in Hamburg neue Spielregeln
Am 26. April fand der zweite Kongresstag des German Creative Economy Summit statt. Trotz des verkürzten Programms bot die Veranstaltung weiterhin inhaltliche Tiefe und das Thema KI rückte zumindest bei manchen Programmpunkten in den Hintergrund. Aus der Musikbranche waren unter anderem Balbina und Daniel Knöll vor Ort.





