Angesichts der EU-Pläne zur Vereinfachung und Harmonisierung der Lizenzierung von Onlinemusik fürchten die in der Cisac organisierten Autoren und Komponisten eine Verschiebung des Gleichgewichts zwischen Kreativen und Unternehmen zu Gunsten der Firmen. Verärgert sind die in der internationalen Dachorganisation der Verwertungsgesellschaften zusammengeschlossenen Musikschaffenden vor allem darüber, von der EU nicht einmal nach ihrer Meinung gefragt worden zu sein:
„Da all die Autoren und Komponisten die kreativen Köpfe hinter den vielen Werken sind, die die so oft beschworene kulturelle Vielfalt erst zur Realität machen, konterkariert die EU ihre Bemühungen in dieser Richtung, wenn sie statt auf die Bedürfnisse der Kreativen zu achten nur auf verschiedene Geschäftsinteressen Rücksicht nimmt“, heißt es aus den Reihen der Cisac rund um Präsident Christian Bruhn und Chairman Cees Vervoord. Zwar respektiere man die Bemühungen der EU-Kommission um einen Ausgleich zwischen den Interessen aller Beteiligten in Fragen der Onlinelizenzierung, aber als die letztendlich am meisten von den im Raum stehenden Veränderungen betroffene Berufsgruppe hätten die Kreativen zumindest mit einer Anfrage aus Brüssel gerechnet.
Bei einem Treffen des Cisac-Kreativengremiums CIAM in Amsterdam verabschiedeten die vertretenen Autoren und Komponisten nun vor diesem Hintergrund eine Resolution in sechs Punkten, die u.a. die auch weiterhin große Bedeutung des bestehenden Systems der kollektiven Rechtewahrnehmung durch die Verwertungsgesellschaften unterstreicht und zur Vorsicht bei eventuellen Eingriffen in das Modell mahnt.





