Das Finanz- und Consulting-Unternehmen Merrill Lynch rät Tonträgerfirmen, künftig einen Standardpreis von zehn Dollar (umgerechnet rund elf Euro) für CD-Neuveröffentlichungen festzusetzen, um den Umsatz wieder anzukurbeln. Amerikanische Handelsketten wie Virgin Megastores hätten bereits in diesem Weihnachtsgeschäft mit niedrigen CD-Preisen gute Erfahrungen gemacht. So wurden ältere Titel für 3,99 Dollar (rund 4,40 Euro) und einige aktuelle Veröffentlichungen für 9,99 Dollar angeboten.
Das Marktforschungsunternehmen Jupiter prognostiziert zudem für dieses Jahr einen Trend hin zur digitalen Verbreitung von Musik und eine Zunahme der Distribution von Songs über Portale wie AOL, Yahoo oder MSN. Bis die neuen Einnahmequellen sprudeln, muss die Branche allerdings noch mit Verlusten rechnen: Gerd Gebhardt, Vorstandsvorsitzender von Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft und der deutschen Landesgruppe der IFPI, rechnet mit einem Rückgang des Umsatzes im vergangenen Jahr von bis zu 15 Prozent.
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP nannte Gebhardt vor allem die Verbreitung von CD-Rohlingen als Ursache für das erwartete Minus. Im Jahr 2001 seien rund 190 Millionen CD-Rohlinge mit Musik bespielt worden – eine Zahl, die erstmals der Menge verkaufter CDs im Jahr 2000 entspreche.





