Recorded & Publishing

Kongress weckt Filesharing-Kontroverse

Beim Musikkongress In The City in Manchester trifft sich nicht nur die britische Branche zum Meinungsaustausch, es werden auch Finger in Wunden gelegt. So fand sich in Andrew Orlowski ein Befürworter der Filesharing-Pauschale.

Beim Musikkongress In The City in Manchester trifft sich nicht nur die britische Branche zum Meinungsaustausch, es werden auch Finger in Wunden gelegt. So fand sich im Keynote-Redner Andrew Orlowski ein Befürworter der Filesharing-Pauschale. Der Journalist und Autor postulierte, dass der Kampf gegen P2P auf Dauer sinnlos sei. Die technologischen Entwicklungen der kommenden Jahre würden es Rechteinhabern zunehmend schwerer machen, einen Datentausch auszumachen und die Nutzer zu verklagen. Der Versuch der Industrie, mit Digital Rights Management dagegen anzukämpfen, sei seiner Ansicht nach wenig Erfolg versprechend. Die Musikbranche sei einer „kollektiven Halluzination“ erlegen, wenn sie hoffe, ihre Probleme technologisch lösen zu können. Stattdessen plädiert Orlowski für eine Pauschalabgabe – eine Kultur-Flatrate, wie sie auch in Deutschland von einigen Interessengruppen vorgeschlagen wird. Diese würde von allen Internet-Nutzern erhoben – auch jenen, die sich nicht digital mit Musik, Film und anderen Medien versorgen wollen – und nach einem Verteilungsschlüssel an die Rechteinhaber ausgeschüttet. Pauschalen mögen im Einzelfall ungerecht sein, so Orlowski, ergänzte aber: „Ich habe keine Kinder und kein Auto. Trotzdem zahle ich gern meine Steuern für Schulen und Straßen.“

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