Recorded & Publishing

Klingelton-Software gefährdet das Geschäft

Eine neue Software, mit der jeder Nutzer aus MP3-Files Klingeltöne herstellen kann, verbreitet Angst bei den Plattenfirmen, die ihre neueste Einnahmequelle in Gefahr sehen.

Eine neue Software, mit der jeder Nutzer aus MP3-Files Klingeltöne herstellen kann, verbreitet Angst bei den Plattenfirmen, die ihre neueste Einnahmequelle in Gefahr sehen. Das Klingeltongeschäft, dessen Marktvolumen weltweit auf drei Mrd. geschätzt wird, ist für die Plattenfirmen zu einer wichtigen Größe geworden. Xingtone wurde in Los Angeles entwickelt und wird im Internet für 15 Dollar vertrieben. Jeder Nutzer mit durchschnittlichen Computerkenntnissen kann damit am Rechner aus einem Song im MP3-Format einen 30-sekündigen Klingelton machen und diesen dann per Knopfdruck auf sein Handy speichern. Ted Cohen, Senior Vice President digitale Entwicklung und Vertrieb von EMI Music, sieht in Xingtone eine große Gefahr: „Es ist deshalb problematisch, weil es das Potenzial hat, das Geschäft mit den Klingeltönen gleich zu Beginnn seiner Entwicklung kaputt zu machen.“ Es gibt jedoch auch positive Stimmen. So ist Walt Disneys Musiklabel Hollywood Records bereits eine Promotion-Partnerschaft mit Xingtone eingegangen, und das Label Artemis-Records legt jeder Kopie des neuen Sugarcult Albums ein freies Exemplar der Sofware bei. Artemis Chairman und Chief Executive Danny Goldberg sieht daran eine gute Möglichkeit, Werbung für das Album zu machen und das Handy zu nutzen wie „einen Mini-Radio-Sender“. Xingtone President Brad Zutaut sieht keine Probleme darin, wenn Musikfans aus einem Stück, das sie legal erworben haben, einen Klingelton für ihr Handy machen. Die größte Befürchtung der Branche ist jedoch, dass aus illegal heruntergeladenen Songs Klingeltöne gemacht werden und die Musikbranche so doppelt verliert. Bisher ist Xingtone nur in den USA zu haben, die Software wird jedoch angeblich bereits für den europäischen Markt getestet.