Nicht nur Telekommunikations- und Medienkonzerne stellen sich gegen den Lizenzkompromiss zwischen der CISAC und der EU-Kommission. Nun wenden sich auch 21 kleinere Verwertungsgesellschaften gegen die Position ihres Dachverbandes. Die kleineren und mittleren Urheberrechtsgesellschaften – keine davon aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien oder Spanien – haben sich nun geschlossen an die Europäische Kommission gewandt, die seit Februar 2006 gegen europäische CISAC-Mitglieder – darunter die GEMA – wegen des Verdachts auf Monopolbildung ermittelt.
18 CISAC-Mitglieder hatten sich daher im Juni mit der EU auf ein Reformpaket verständigt, das neue Rahmenbedingungen für die Lizenzierung von Musik via Kabel- oder Satellitendiensten und über das Internet festlegen und ein Ende des Verfahrens herbeiführen sollte. Während sich die europäischen Interessenvertretungen von Autoren, Komponisten und Interpreten bereits befürwortend zu den Reformvorschlägen geäußert hatten, fürchten führende Medien- und Telekomkonzerne zusätzliche Schwierigkeiten für den ihrer Ansicht nach ohnehin schon komplizierten Lizenzierungsprozess.
Ins gleiche Horn stößt jetzt auch die Gruppe der 21 Verwertungsgesellschaften. Es sei nötig, dass das gesamte Weltrepertoire für alle Societies zugänglich bleibt. Zudem sollten alle Urheberrechtsgesellschaften einen sogenannten One-Stop-Lizenzshop innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums betreiben dürfen. Ansonsten drohe ein Oligopol mehrerer großer Gesellschaften, das nicht nur die kleineren Wettbewerber vom Markt verdrängen, sondern auch die Auswahl von Nischenrepertoire massiv einschränken könnte.





