Der renommierte Pianist Michael Korstick hat vor dem Landgericht Berlin erwirkt, dass Sony BMG die CD „Kuschel Klassik 10“ in der bisherigen Form vom Markt nehmen musste. Korstick, einer der wichtigsten Beethoven-Interpreten der Gegenwart, hatte eine einstweilige Verfügung beantragt, nachdem er erfahren hatte, dass seine Aufnahme von Beethovens Bagatelle Op. 126 Nr. 1 ohne seine Kenntnis und Zustimmung für die erfolgreiche Compilationreihe „Kuschel Klassik“ an Sony BMG weiterlizenziert worden war.
Seine Einspielung war ursprünglich auf Korsticks eigener CD erschienen, die das Label Ars Musici im vergangenen Jahr veröffentlicht hatte. In einer Pressemitteilung betont Korstick jedoch, dass Sony BMG „in gutem Glauben“ gewesen sei, eine wirksame Lizenz erworben zu haben. Doch dafür hätte es der expliziten Zustimmung des Künstlers bedurft, was Korstick vertraglich mit Ars Musici fixiert hatte.
„Die Idee, ausgerechnet späten Beethoven als Kuschelmusik zu verramschen, ist vollkommen absurd“, erklärt Korstick. „Es ist schlimm genug, dass es klassische Musiker gibt, die sich beim Massenpublikum anbiedern und sich als Popstars vermarkten lassen. Aber dieses Spiel spiele ich ganz einfach nicht mit.“ So hatte er seinen Ruf als ernsthafter Klassikinterpret wegen der Verwendung des Stücks auf „Kuschel Klassik“ gefährdet gesehen und jeglichen Kompromiss ausgeschlossen.
Aus diesem Grund nahm Sony BMG die zehnte Folge der Reihe, die im Original am 28. Oktober 2005 erschienen war, vom Markt und veröffentlichte die Folge am 8. September 2006 erneut – ohne den Track von Korstick.






