Recorded & Publishing

Klassikfans ­bleiben besonders ­anspruchsvoll

Während es zum Halbjahr im deutschen Musikmarkt formatübergreifend um gut sechs Prozent bergauf ging, gaben die CD-Einnahmen um vier Prozent nach. MusikWoche wollte von Klassik-Profis wissen, wie sich diese Entwicklung auf ihr Geschäft auswirkt und wie sie die Aussichten beurteilen.

“Richtig ist, dass sich der Rückgang der CD im ersten Halbjahr 2023 zwar weiter fortgesetzt, gegenüber dem Gesamtjahr 2022 jedoch erheblich verlangsamt hat“, ordnet Florian Drücke die Lage ein. Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Musikindustrie betont aber auch: „Die CD ist mit gut elf Prozent Umsatzanteil weiterhin zweitstärkstes Marktsegment in Deutschland, anders als etwa in den USA. Gleichzeitig ist und bleibt sie das wichtigste Medium für die Klassik, deren Umsatzanteil am Format 2022 mit sieben Prozent auf dem gleichen Niveau lag wie 2012, Vinyl und Streaming spielen hier eine eher nachrangige Rolle.“ Den Umsatzanteil der Klassik im deutschen ­Markt taxiert er auf „rund zwei Prozent“, 2022 waren es 1,8 Prozent. „Dabei ist die Zahl der Neuerscheinungen seit 2020 immerhin wieder leicht gestiegen. Gleichwohl bleibt es wichtig, Klassik und ­Streaming weiter aktiv zusammenzubringen und die Klassik in die digitale Welt zu begleiten.“ Hier gebe es immer wieder neue Angebote, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Klassikhörer:innen: „Generell darf jedoch nicht ausgeblendet werden, dass es immer auch um die Kenntnis des Genres geht. Heißt: Ein Baustein auf diesem Weg ist ganz klar eine entsprechende ­Gestaltung der Musikunterrichts-Curriculae der Schulen, um auch junge Menschen weiterhin an die klassische Musik heranzuführen.“

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