Recorded & Publishing

Klagewelle gegen P2P schwappt nach Frankreich

Auch in Frankreich rollt die Klagewelle gegen P2P-Nutzer an. Der französische Dachverband der Tonträgerindustrie SCPP hat rund 20 Klagen gegen Filesharer erlassen, wie der Generaldirektor des SCPP, Marc Guez, verkündete.

Auch in Frankreich rollt die Klagewelle gegen P2P-Nutzer an. Der französische Dachverband der Tonträgerindustrie SCPP hat rund 20 Klagen gegen Filesharer erlassen, wie der Generaldirektor des SCPP, Marc Guez, mitteilte. Auf einer Pressekonferenz erklärte er, er hoffe, dass die Betreffenden „empfindliche Geldstrafen“ erhielten. Die Zeit der Straffreiheit müsse zu Ende sein. Dem Gesetz nach beträgt die Höchststrafe für illegales Filesharing drei Jahre Gefängnis oder 300.000 Euro. Marc Guez zufolge schädigen illegale P2P-Börsen alle Musikgenres, nur Jazz und Klassik seien weniger betroffen. Bei dieser ersten Prozesswelle in Frankreich stehen vor allem jene im Fokus, die Filesharing im großen Stil betreiben. „Im September“, so Guez, „werden Maßnahmen gegen die Internet-Service-Provider (ISPs) eingeleitet, die aufgefordert werden, die Accounts aller Klienten zu schließen, die das Urheberrecht verletzen.“ Die französische Musikbranche hofft, ähnlich wie die RIAA mit ihren Klagen in den USA, das kränkelnde Tonträgergeschäft wieder beleben zu können. Zudem sollen sich die Nutzer zunehmend an legale Downloadservices wenden können. Rückendeckung für die angestrebten Verfahren gewährleistet die EU-Direktive zum Thema E-Commerce. Auch die französische Regierung hat sich bereit erklärt, den Kampf der Plattenindustrie gegen illegales Filesharing zu unterstützen.