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Kennedy verteidigt Klagen gegen P2P-Nutzer

Klagen gegen Tauschbörsennutzer erfreuten ihn zwar nicht, sagt John Kennedy, doch seien sie nötig. Gleichzeitig gibt der neue IFPI-Chef zu, dass der „Krieg gegen Piraterie“ nicht zu gewinnen ist. Dennoch werde man weiter klagen.

Klagen gegen Tauschbörsennutzer erfreuten ihn zwar nicht, sagt der neue IFPI-Chef John Kennedy, doch seien sie nötig. „Wir haben jahrelang nur zugesehen, wie unsere Musik mutwillig gestohlen wurde“, erklärte Kennedy am 22. Januar im Rahmen der Midem in Cannes. Auch wenn man viele Menschen auf andere Weise zum legalen Musikkonsum erziehen konnte, so blieb in vielen Fällen keine andere Wahl, als den Rechtsweg zu beschreiten, rechtfertigte Kennedy das in der Öffentlichkeit und auch innerhalb der Branche umstrittene Vorgehen des Verbands.

Rund 7000 Einzelpersonen bekamen im Jahr 2004 Briefe von den IFPI-Anwälten, und auch im laufenden Jahr soll diese Strategie weiter verfolgt werden. „Wir freuen uns auf den Tag, an dem diese Klagen nicht mehr nötig sein werden“, sagte Kennedy, der gleichzeitig zugab, dass die Branche den „Krieg gegen die Piraterie“ nie gewinnen wird. „Jeder, der das behauptet, ist töricht. Aber wenn man nicht in diesen Krieg zieht, wird es noch schlimmer.“

Für die Jahresbilanz 2004 rechnet Kennedy mit einem minimalen globalen Minus, wobei der erneute Rückgang beim Verkauf von Tonträgern durch das explosionsartige Wachstum im Digitalgeschäft einigermaßen ausgeglichen werden konnte.

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