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Kennedy fordert Kooperation der Internetprovider

John Kennedy, der neue Chairman & CEO der IFPI, warb vor der europäischen Vereinigung der Telekommunikationsfirmen für eine Partnerschaft. Ein gemeinsamer Verhaltenskodex soll dazu beitragen, dass Onlinepiraterie eingedämmt wird, und dass Musik- und Telekombranche gemeinsam vom Digitalvertrieb profitieren.

In einem seiner ersten wichtigen öffentlichen Auftritte als neuer Chairman & CEO der IFPI, warb John Kennedy vor der European Telecommunications Network Operators Association (ETNO), der europäischen Vereinigung der Telekommunikationsfirmen, für eine Partnerschaft zwischen der Musikwirtschaft und den Internet Service Providern. Ein gemeinsamer Verhaltenskodex soll nicht nur dazu beitragen, dass die Onlinepiraterie stärker eingedämmt wird, sondern dass die Musik- und die Telekombranche gemeinsam vom wachsenden Digitalvertrieb profitieren.

In seiner Rede vor den ETNO-Mitgliedern, zu denen neben der Deutschen Telekom AG, der British Telecom und France Telecom alle wichtigen europäischen Provider zählen, zeichnete Kennedy ein Bild der Musikindustrie, die nach Jahren der Talfahrt dank des boomenden Onlinevertriebs wieder Fuß fasst. Damit diese vorsichtige Wiederbelebung nicht im Keim erstickt, bedürfe es allerdings der Zusammenarbeit beider Branchen. Das digitale Musikgeschäft schaffe eine neue Gattung von Einzelhändlern, nämlich die Telcos. Und diese müssten, genauso wie die Handelspartner im physischen Geschäft, mit der Musikbranche an einem Strang ziehen und sich gemeinsam gegen die Verbreitung von nicht lizenzierten Gütern stellen. „Wir können Ihnen alles geben, was sie für Ihr Geschäft brauchen: Musik. Überall, für jedes Gerät, für jeden Kunden, zu jeder Zeit in jeglicher Form – solange sie ordentlich lizenziert, geschützt und bezahlt wird“, sagte Kennedy. „Aber zu diesem Geschäft müssen Sie Ihren Beitrag leisten. Sie müssen die Inhalte, die Sie wollen, respektieren und Ihren Teil zu deren Schutz beitragen.“

Der IFPI-Chef präsentierte den ETNO-Mitgliedern einen Fünfpunktekatalog, der diese Forderung umsetzen soll. Die ISPs sollen anerkennen, dass Urheberrechtsverletzungen im Internet ernsthaften wirtschaftlichen und kulturellen Schaden anrichten. ISPs sollten Plattenfirmen bitten, sie darauf hinzuweisen, wenn Nutzer gegen Urheberrechte verstoßen. Sie sollen zudem bekräftigen, dass ihre Kunden in den AGBs ausdrücklich vor Urheberrechtsmissbrauch gewarnt werden. ISPs sollen sich dazu bereit erklären, diese Bedingungen auch durchzusetzen, und sie sollen mit der Musikindustrie zusammenarbeiten, um Rechtsstreitigkeiten im Vorfeld zu vermeiden. „Wir verlangen nicht viel von Ihnen, und sicher kein finanzielles Engagement. Ich bitte Sie nur um Ihre Zeit, Ihre Tatkraft, Ihren Einsatz und um Ihre gesellschaftliche Verantwortung.“

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