Am Rande der Vorstellung des „Digital Music Report“ machte IFPI-Chef John Kennedy keinen Hehl daraus, dass er über den gegenwärtigen Stand der Zusammenarbeit mit Internet Service Providern nicht sonderlich begeistert ist. Sollten die ISPs beim Kampf gegen Onlinepiraten nicht kooperieren, will Kennedy die Gerichte einschalten. „Es ist jetzt ein Jahr her, dass ich bei den Providern um ihre Mitarbeit gebeten hatte. Die Resonanz geht bislang gegen Null“, gestand der IFPI-Vorsitzende der „Financial Times“.
Kennedy hatte im März 2005 vor der European Telecommunications Network Operators Association (ETNO), der europäischen Vereinigung der Telekommunikationsfirmen, für eine Partnerschaft zwischen der Musikwirtschaft und den ISPs geworben. Beide Branchen hätten ein gemeinsames Interesse: Den Verkauf von Inhalten. Daher sei eine Zusammenarbeit bei der Verfolgung von illegalen Anbietern und beim Schutz von Urheberrechten erforderlich.
Die Provider sollten ihre Kunden verwarnen, wenn diese illegales Filesharing betreiben, und zur Not die Verbindung zum Netz kappen, sollten die Verwarnungen nicht die gewünschte Reaktion erbringen. Kennedy erklärte, er werde weiter mit den ISPs verhandeln. Doch als letzte Maßnahme behalte sich die IFPI den Rechtsweg vor, sollten die Netzanbieter weiterhin die Urheberrechtsverstöße ihrer Kunden ignorieren.






