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KaZaA sperrt vorerst zu

Sharman Networks, Vertrieb der P2P-Software KaZaA, hat am 5. Dezember seine Onlineaktivitäten in Australien eingestellt. User mit australischer IP-Adresse können den KaZaA-Client nun nicht mehr herunterladen. Doch das Aus für die Filesharing-Firma bedeutet das noch nicht.

Sharman Networks, Vertrieb der P2P-Software KaZaA, hat am 5. Dezember seine Onlineaktivitäten in Australien eingestellt. User mit australischer IP-Adresse können den KaZaA-Client seither nicht mehr herunterladen. „Der Download von KaZaA Media Desktop ist in Australien nicht gestattet“, heißt es auf der Website der Firma. Nutzer in Australien, die die Software bereits vorher installiert haben, werden nun vor einer Nutzung der Software gewarnt: Die Verwendung von KaZaA sei Australiern verboten.

Damit reagierte das Unternehmen auf eine gerichtliche Anordnung, die von Sharman Networks die Filterung des Filesharing-Angebots verlangte. Anhand von 3000 Stichwörtern sollten bis zum Stichtag am 5. Dezember nicht lizenzierte Inhalte aus den P2P-Trefferlisten aussortiert werden. Dieses Ultimatum konnte oder wollte Sharman jedoch nicht einhalten. Statt auf die Forderung der klagenden Musikbranche einzugehen, spielt Sharman nun offenbar auf Zeit. Sehr zum Missfallen der Kläger, die in Sharmans Schritt nur die Minimallösung sehen.

„Sharman hat dem Gericht eine lange Nase gedreht. Man hat ihnen die Chance gegeben, das Richtige zu tun, und die haben sie vergeben“, sagte Stephen Peach, Chef des australischen Branchenverbands ARIA. „Denen kann man einfach nicht trauen.“ Gegen die richterlich verordnete manuelle Filterung des Systems mit Hilfe von Stichwörtern hatten sich die KaZaA-Entwickler lange erfolglos gewehrt. Stattdessen favorisierten sie ein Filtersystem mit akustischen Fingerabdrücken, wie es die Firmen Audible Magic und Snocap anbieten.

Sollte Sharman nun bei der Revisionsverhandlung im Februar Recht bekommen, wird KaZaA wahrscheinlich mit einem dieser Filter ausgerüstet wieder erhältlich sein. Ob dies das endgültige Aus der Firma abwenden kann, bleibt abzuwarten. Noch vor drei Jahren war KaZaA die populärste Filesharing-Anwendung im Netz. Inzwischen gilt das System nur noch als veraltet und verseucht mit Viren und Spyware.

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