Der Verkauf von Famous Music Publishing kommt voran. Bis zum Stichtag am 11. April haben mindestens zwölf Interessenten ein Kaufgesuch bei der für die Versteigerung zuständigen Bank UBS hinterlegt. Als Favorit für die Übernahme der Musikverlagstochter des Medienkonzerns Viacom gilt branchenintern derzeit Sony/ATV Music Publishing.
Nach einem Bericht der „New York Post“ sind alle Majorverlage mit einem Gebot bei UBS vertreten. Darüber hinaus haben auch Interesse angemeldet: Primary Wave Publishing, der Verlag, der sich in den letzten Monaten die Kataloge von Hall & Oates und Nirvana gesichert hatte, ZelnickMedia, die Beteiligungsfirma des ehemaligen BMG-Chefs Strauss Zelnick, der zurzeit auch als neuer Chairman der Games-Firma Take 2 Interactive fungiert, und Charles Koppelman, der die Private-Equity-Investoren von GTCR hinter sich weiß. Koppelman hatte schon bei der Versteigerung von BMG Music Publishing erfolglos mitgeboten.
Wie hoch die bei UBS hinterlegten Offerten sind, wurde nicht bekannt, Experten schätzen Famous Music auf einen Marktwert von rund 300 Millionen Dollar. Wertmindernd könnte sich dem Vernehmen nach ein langfristiger und unkündbarer Lizenzvertrag zwischen Famous und der Konzernschwester Paramount Pictures auswirken. In Europa und anderen Märkten außerhalb der USA und Japan ist Famous zudem noch bis 2010 über einen Subverlagsdeal an BMG Music Publishing gebunden.
Der Katalog von Famous, in den seit seiner Gründung als Verlagsarm von Paramount Pictures im Jahr 1928 weit über 125.000 Titel aus sieben Jahrzehnten geflossen sind, umfasst u.a. Songs von Maurice Chevalier, Marlene Dietrich, Eminem, Christina Aguilera, Lalo Schifrin, L.L. Cool J, Jet und Destiny’s Child. Zudem verwaltet Famous die Rechte an berühmten Filmmusiktiteln wie „Alfie“, „Moon River“ oder „Up Where We Belong“ und Scores zu Kinoerfolgen wie „Der Pate“, „Love Story“, „Titanic“, „Psycho“ oder „Forrest Gump“. Darüber hinaus ist Famous als Musikverlag für die TV-Sender der Konzernschwester MTV Networks zuständig.






