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Kaufstarke britische Fans stärken Branche in UK

Im Zuge der Weltbilanz der IFPI korrigierte der britische Branchenverband BPI um Chairman Peter Jamieson nun seine Jahreszahlen für 2004 leicht nach oben. Der Albenabsatz stieg um 4,5 Prozent und seit dem Jahr 2000 konnte unter den großen Musikmärkten einzig der britische dem globalen Abwärtstrend trotzen.

Im Zuge der Weltbilanz der IFPI korrigierte der britische Branchenverband BPI nun seine Jahreszahlen für 2004 leicht nach oben. Der Albenabsatz stieg um 4,5 Prozent auf 174,6 Mio. Einheiten, insgesamt setzte die britische Musikwirtschaft 194,1 Mio. Tonträger über den Handel ab – ein Plus von 3,0 Prozent. Im Januar hatte die BPI noch ein geringeres Stückzahlenwachstum verkündet, berief sich dabei allerdings nur auf die Bilanzen ihrer Mitgliedsfirmen.

Die nun vorliegenden Zahlen beinhalten auch die Jahresabschlüsse der restlichen am UK-Markt beteiligten Firmen. Doch trotz der Zuwächse bei den Absatzzahlen müssen die Plattenfirmen in Großbritannien mit leicht gesunkenen Umsätzen auskommen: 3,51 Mrd. Dollar entsprechen einem Minus von 1,6 Prozent. Dennoch konnte seit dem Jahr 2000 unter den großen Musikmärkten einzig der britische dem globalen Abwärtstrend trotzen. Der Weltmarkt büßte in den letzten fünf Jahren 15 Prozent ein, das britische Musikgeschäft legte in der gleichen Zeit um 3,4 Prozent beim Umsatz zu. Diese Zahlen seien „ein Beleg für das Geschick und den Mut britischer Plattenfirmen, die immer wieder neue Risiken eingegangen sind, um die besten Talente unter Vertrag zu nehmen und zur Marktreife zu entwickeln“, sagte BPI-Chairman Peter Jamieson.

Zum Vergleich: Während sich der UK-Markt relativ krisenfest zeigt, büßte der US-Markt seit 2000 über 13 Prozent seines Umsatzes ein, ähnlich schlimm traf es den französischen Markt. Am schlimmsten erwischte es im gleichen Zeitraum die Musikbranche in Japan (minus 19,5 Prozent) und in Deutschland (minus 33,6 Prozent). Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Pro-Kopf-CD-Absatz der jeweiligen Märkte wider: Die Briten sind mit durchschnittlich 3,2 CDs pro Person und pro Jahr weltweit die absoluten Spitzenreiter, gefolgt von den US-Bürgern, die jährlich 2,8 CDs kaufen.

In Frankreich (2,1), Deutschland (2,2) und Japan (2,0) liegen diese Durchschnittswerte bedeutend niedriger. „Großbritannien ist eine Nation der Musikliebhaber“, kommentiert Jamieson und schiebt ein weiteres Ergebnis der BPI-Marktforschung hinterher: 55,4 Prozent aller Briten zwischen zwölf und 74 Jahren haben im letzten Jahr mindestens ein Album gekauft.

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