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Karstadt-Eingliederung nimmt Struktur an: Orthmayr und Hanke bleiben bei der Stange

Nach Bekanntgabe der der Zentralen von WOM und Schürmann nimmt die künftige Essener Mannschaft Gestalt an. Die Geschäftsleitung bleibt dabei in bewährten Händen.

“Dass wir in einem harten Wettbewerb stehen, wissen alle in der Branche“, meint Thomas Hanke, Geschäftsführer der Schürmann GmbH, im Gespräch mit musikwoche.de zur Eingliederung der beiden Verwaltungen. „Deshalb war dieser Schritt schon seit längerem überfällig, um die Schlagkräftigkeit der einzelnen Konzepte unter dem Karstadt-Dach zu stärken.“ Hanke betont: „Wir wollen aber die Eigenständigkeit der Konzepte bewahren, deshalb bleiben Schürmann und WOM als GmbHs erhalten.“ Allerdings würden in administrativen und operativen Bereichen, in denen eine Zusammenlegung Sinn mache, mögliche Synergien genutzt.

Die aus der Eingliederung entstehende „Technik-Unit“ fasst demnach die bisherigen Abteilungen von Karstadt, Schürmann und WOM zusammen. „Die Arbeit, die derzeit noch bei Schürmann und WOM geleistet wird, leisten künftig die Fach- und Stabsabteilungen der Karstadt Warenhaus AG.“ Auch Hanke bleibt dem Unternehmen als Geschäftsführer Schürmanns verbunden und verlegt seinen Dienstsitz nach Essen.

Die Schürmann-Verwaltung soll bis zum 30. Juni, die WOM-Zentrale zum 1. Oktober nach Essen verlegt sein. Wolfgang Orthmayr fungiert weiterhin als Geschäftsführer von WOM und erklärt: „Das Format WOM spielt in den strategischen Überlegungen zur Entwicklung der ‚Technik-Unit“ eine wichtige Rolle. Die angedachten Synergien sind ein erster, aber wichtiger Schritt, um die Schlagkraft WOMs zu erhöhen.“

Laut Orthmayr soll WOM seine „Tugenden behalten“: Dazu zählt er die Verzahnung von Marketing und Einkauf bei gleichbleibender Sortimentsgestaltung. „Wir nehmen Musik weiterhin ernst.“ Gut unterrichtete Branchenkreise halten zudem eine Erweiterung der WOM-Geschäftsleitung für wahrscheinlich. Eine gemeinsame Nutzung könnte sich Hanke zum Beispiel für das „WOM Journal“ vorstellen: „Warum soll das Magazin künftig nicht auch in jeder Schaulandt oder Schürmann-Filiale ausliegen?“

Den Fortbestand dieses Marketing-Tools bestätigt Jens Christiani, Geschäftsführer Medialist Music Services & Sales: „Die nach wie vor meistgelesene deutsche Musikzeitschrift wird es definitiv weiterhin geben.“ Dabei werde Medialist mit dem bisherigen Team weiterhin für Inhalte und Vermarktung zuständig sein. Unter anderem will Christiani das Thema DVD ausbauen: „Das schlägt sich schon im Februarheft mit fünf Seiten nieder.“