Recorded & Publishing

Karnstedt kritisiert Mehrwertsteuererhöhung

Die angekündigte Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent sorgt beim Deutschen Musikverleger-Verband für Unmut. Prof. Michael Karnstedt, Präsidiumsmitglied des Verbandes sowie Aufsichtsratsmitglied der GEMA, bezeichnete die Änderung als Verrat an dem Kulturauftrag des Staates.

Die angekündigte Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent sorgt beim Deutschen Musikverleger-Verband (DMV) für Unmut. Prof. Klaus-Michael Karnstedt, Präsidiumsmitglied des Verbandes, Aufsichtsratsmitglied der GEMA sowie Geschäftsführer bei Peermusic, bezeichnete die Änderung als Verrat an dem Kulturauftrag des Staates. „Tonträger mit Musik und Hörbücher werden so stark belastet, dass die Gefahr besteht, dass junge Menschen wieder mehr ihre Musik aus dem Internet illegal herunterladen“, so Karnstedt. „Aber auch viele Musikkäufer würden dann noch weniger Tonträger kaufen als in den letzten Jahren, weil sie auch in anderen Bereichen des täglichen Lebens große Belastungen hinnehmen müssten.“

Weiterhin forderte er die neue Regierung auf, die Diskriminierung zwischen Tonträgern und Büchern zu beseitigen. Während die Bücher weiterhin nur mit sieben Prozent Mehrwertsteuer belastet werden, würden die Tonträger nun mit 19 Prozent Mehrwertsteuer im Wettbewerb so stark benachteiligt, dass die gesamte Tonträgerbranche gefährdet sei. In den letzten fünf Jahren, so Karnstedt weiter, verlor die Musikbranche 50 Prozent des Umsatzes und der Beschäftigten. Die große Koalition dränge durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer Komponisten, Texter, Künstlerinnen und Künstlern, aber auch die Musikverlage, Tonträgerfirmen und mittelständischen Geschäfte an den Rand des Existenzminimums.