Recorded & Publishing

Kanadas Branche streitet über digitale Tantiemen

Bei einer Anhörung vor dem staatlichen Copyright Board wollen die Urheberrechtsgesellschaften SODRAC und CMRRA allgemein gültige Tantiemensätze für das digitale Musikgeschäft in Kanada festschreiben lassen. Plattenfirmen, Onlinehändler und Telekomfirmen wollen dagegen opponieren.

Bei einer Anhörung vor dem staatlichen Copyright Board wollen die Urheberrechtsgesellschaften SODRAC (Society for Reproduction Rights of Authors, Composers and Publishers in Canada) und CMRRA (Canadian Musical Reproduction Rights Agency) allgemein gültige Tantiemensätze für das digitale Musikgeschäft in Kanada festschreiben lassen.

Die beiden Verwertungsgesellschaften für mechanische Rechte vertreten rund 95 Prozent der in Kanada aktiven Urheber und Verlage und sind im Joint Venture CSI organisiert. Im Frühjahr hatte CSI das Copyright Board förmlich dazu aufgefordert, Tarife für den Verkauf und die Übertragung von Musik im Internet zu genehmigen. Seit der Einführung des ersten kanadischen Downloadangebots im Herbst 2003 zahlen die beteiligten Unternehmen nämlich nur vorläufige Sätze, über deren Festschreibung erst in der Folge befunden werden sollte.

Nun schlägt CSI vor, dass Anbieter von Downloads – wie z.B. iTunes, Puretracks oder Yahoo! Music – 15 Prozent des Verkaufspreises aber höchstens zehn kanadische Cents (0,07 Euro) pro Einzelsong an die Urheber abführen sollen. Abonnementdienste, deren Downloads per DRM eine eingeschränkte Nutzungsdauer haben, sollen acht Prozent vom Bruttoumsatz an die CSI-Mitglieder abführen.

Zusätzlich sollen Abo-Vermarkter wie Napster & Co. eine monatliche Pauschale für jeden Kunden bezahlen: Für Inhaber eines tragbaren Abos sollen demnach 1,40 Dollar (0,97 Euro) anfallen, für jeden Kunden von stationären Abos müssten die Anbieter nur 60 kanadische Cents (0,42 Euro) bezahlen. Am billigsten wird es nach den CSI-Vorschlägen für die Betreiber von Streamingdiensten: Hier wollen Kanadas Urheber 5,8 Prozent vom Bruttoumsatz und eine Monatspauschale von 45 Cents (0,31 Euro) pro Abonnent.

Die Plattenfirmen, Onlinehändler und Telekomfirmen des Landes wollen jedoch gegen diese Pläne opponieren. Der Tonträgerverband CRIA, die Canadian Association of Broadcasters, Bell Canada, Rogers Wireless, Napster und Apple haben beim Copyright Board einen Gegenantrag eingereicht, dessen Inhalt derzeit nicht bekannt ist. Bei den Anhörungen in Ottawa soll ab dem 6. September über die unterschiedlichen Interessen entschieden werden.

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