“Was mit der unsäglichen ‚Burn Baby Burn‘-Kampagne begann, soll nun dreist fortgesetzt werden“, wettert Antje Vollmer als kulturpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion gegen die Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen. Auch ein Jugendkult könne „nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei der massenhaften CD-Brennerei um Diebstahl geistigen Eigentums handelt“, ergänzte sie.
Zuvor hatte Bene Lux als Sprecher der Grünen Jugend postuliert: „Kopierschutz und Überwachungsmechanismen wie das Digital Rights Management sollen die kulturelle Selbstbestimmung von Millionen von Jugendlichen verhindern.“ Diese Haltung sorgte in der Musikbranche für Ärger: „Mit gefährlichem Halbwissen wird hier Aufklärung vorgegaukelt“, meinte etwa Birgit Heuzeroth, General Manager Beggars Group. Zwar wäre der Vorwurf von zu hohen Preisen für CDs „faktisch falsch“, wie Heuzeroth betont, dieser Trugschluss sei aber durch das Verhalten der Branche geprägt: „Wer seine One-Hit-Wonder in Limousinen durch Köln kutschiert und suggeriert, mit einer Single sei man Millionär, zählt zu den Verursachern dieses Missverständnisses.“
Auch Christian Schnettelker, Geschäftsführer Schallpark, stellte „erstaunt fest, dass die Grüne Jugend offensichtlich nichts Wichtigeres zu tun hat, als den Kreativen in diesem Land den Überlebenskampf durch die Predigt eines grünen Utopias weiter zu erschweren“. Sein Co-Chef Tobias Dannappel ergänzte: „Die Aktion erscheint uns extrem populistisch und offensichtlich auf Stimmenfang getrimmt, ohne dass die Macher die Folgen bedacht haben.“ Indigo-Marketingmann Michael Engelhardt bezeichnete die Kampagne zudem als „plumpes und von keiner Sachkenntnis getrübtes Anbiedern beim jungen Wahlvolk“. Indigo werde allerdings nichts dagegen unternehmen: „Wir vertreiben Musik für Musikliebhaber. Da ist zum Glück das Parteibuch uninteressant.“






