musikwoche.de: Wie kam es zu der Wiederveröffentlichung des „Concerto For Group And Orchestra“?
Jon Lord: Als wir 1999 das „Concerto“ für noch einmal neu aufgenommen haben, hatte EMI daran kein Interesse. Vielleicht dachten sie, sie hätten ja bereits eins in ihrem Katalog und bräuchten nicht noch eins. Also haben wir die neue Einspielung auf Eagle Rock veröffentlicht, die sich extrem gut verkauft hat – auf CD und DVD. Daraus entstand die Überlegung, mit dem Original von 1969 noch einmal etwas zu machen.
mw: Sollte dabei auf die Soundqualität überarbeitet werden?
Lord: Die alten Aufnahmen sind soundtechnisch noch nie bearbeitet worden, das war ein weiterer Grund für die Wiederveröffentlichung des „Concerto“. Die Erstveröffentlichung auf CD wurde damals von schlechten Kopien einfach auf CD übertragen. Ich war damals sehr enttäuscht und habe das auch gesagt. Dann rief mich vor zwei Jahren jedoch Nigel Reeve von EMI UK an, und teilte mir mit, dass sie das alte Concerto nicht nur neu mastern, sondern auch im 5.1.-Klang abmischen wollten, um es für eine DVD-Veröffentlichung zu bearbeiten. Sie fragten mich dann, ob ich mich an dem Projekt beteiligen wollte und ich stimmte zu. Ich habe mir die ersten Mixe angehört, die bereits sehr vielversprechend klangen.
mw: Lag es am historisch wertvollen Charakter der Aufnahme, dass EMI sich für eine Veröffentlichung in den vier Formaten entschieden hat?
Lord: Ob sie die Platte nun für ein wichtiges Werk gehalten haben, weiß ich nicht. Aber ich denke, die Wiederveröffentlichung in den vier Formaten war einfach eine sehr gute Möglichkeit, auf ein Katalogprodukt hinzuweisen, an dem ein großes Interesse besteht. Es war einfach an der Zeit, dass wir die alten Aufnahmen endlich aufpoliert haben. Die Idee, den Titel nun in allen vier Formaten zu veröffentlichen, entstand nach einem Meeting der EMI mit der Hardware-Firma Pioneer, die damals einen Player für all die verschiedenen DVD-Formate entwickelte, der alle Formate abspielen kann. Daraufhin schloss EMI einen Vertrag mit Pioneer, in dessen Folge auch die Wiederveröffentlichung des „Concerto“ in vier Formaten erschien.
mw: Waren Sie persönlich bei den Remixing-Sessions anwesend?
Lord: EMI hatte einige wunderbare Mix-Engineers ausgesucht, die ich zunächst frei vorgehen ließ. Ich habe erst später meine Vorschläge gemacht, weil ich ihnen nicht die ganze Zeit über die Schulter gucken wollte. Denn manchmal stellt der Komponist die schlechteste Wahl dar, wenn es darum geht, bestimmte Detail-Fragen zu entscheiden. Denn als Verfasser hat man immer die gesamte Vision im Kopf, wie das Werk hinterher klingen sollte. Und sehr oft klingt die Wirklichkeit auf den Bändern dann anders, als das, was man im Kopf hört. Zudem konnte ich mich an den originalen Mix noch so gut erinnern, weil er ein so wichtiger Bestandteil meiner Geschichte mit Deep Purple war, die gleichsam zu meiner Jugend mit der Band gehörte, mit der ich dann erwachsen wurde. Und deswegen hatte ich immer die feste Erinnerung, dass das Orchester ziemlich schlecht gespielt hatte. Der alte Mix betonte meiner Erinnerung nach immer die Stellen, wo die Orchestermusiker vermeintlich ohne große Sorgfalt gespielt haben. Deswegen hatte ich mit diesem Mix innerlich abgeschlossen, bis dann der neue 5.1-Mix alles in einem neuen Licht erstrahlen ließ. Ich konnte die Aufnahme nun mit neuen Ohren betrachten, wenn ich so sagen darf. Das war eine faszinierende Erfahrung, als ich es erstmals wieder in den einzelnen Spuren hörte. Dabei musste ich dann feststellen, dass das Orchester in Wirklichkeit bemerkenswert gut gespielt hatte. Vor allem die Bläser, Streicher und das Schlagwerk spielten wahrhaft heroisch.
mw: Auch für mich, der das „Concerto“ nun schon unzählige Male gehört hat, war der neue Mix eine Offenbarung, bei der man meinte, das Werk noch einmal neu entdecken zu können.
Lord: Oh, vielen Dank, mir ging es ganz genauso. Als wir damals für die 1999er Version die gesamte Partitur, die ja verloren gegangen war, neu schreiben mussten, habe wir den alten Mix wieder und wieder gehört, weil wir keine bessere Aufnahme davon hatten. Mit dem neuen Mix wäre es so viel einfacher gewesen, all die einzelnen Stimmen herauszuhören.
mw: Haben Sie einen Favoriten unter den einzelnen Formaten – CD, DVD, DVD-Audio oder SACD?
Lord: Für mich reichte schon die ganz normale CD, weil auch hier schon das Wiederhören des alten Materials einer Offenbarung gleichkam. Erstmals konnte ich die erstaunliche Leistung des Orchesters und Malcolm Arnold würdigen, der damals fantastische Arbeit geleistet hat. Auch die DVD ist wundervoll, aber sie leidet darunter, dass sie im ersten Satz stark gekürzt ist. Das liegt daran, weil die BBC das mitgefilmte Concerto für ihre TV-Ausstrahlung entsprechend geschnitten und das übrige Band wohl einfach weggeworfen hat – eine große Schande. Und das originale Filmmaterial existiert nicht mehr.
mw: Genauso wie die BBC auch alte Auftritte von Jimi Hendrix gelöscht hat.
Lord: Ja, das haben sie wirklich getan. Und auch die britische Comedy-Serie mit Peter Cook und Doudley Moore, die ich in den 60ern sehr gern gesehen habe, ist für immer gelöscht worden.
mw: Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie die das Bildmaterial der DVD gesehen haben?
Lord: Auch das war eine herrliche Erfahrung, da ich mich selber sah und mich fragte: Wer ist dieser junge Mann, der da so geschmacklos gekleidet an den Keyboards sitzt? Ich habe das ganze mit viel Humor gesehen und aus dieser Stimmung heraus auch den Audio-Kommentar gesprochen, ganz spontan, ohne irgendwelche vorbereiteten Texte – gleichsam eine Übung im improvisierten Sprechen.
mw: Es kommt jedenfalls sehr gut rüber…
Lord: Das liegt daran, weil es wirklich und menschlich war. Meine Äußerungen spiegeln genau das wider, was ich fühlte, als ich diesen Kommentar aufsprach.
mw: Einige Ihrer Werke aus den 70er Jahren wie die „Gemini Suite“ sind inzwischen als CD gestrichen. Gibt es Pläne, auch diese Aufnahmen wieder zugänglich zu machen?
Lord: Weil die ’99er Version des „Concertos“ auf Eagle Rock ein Erfolg war und es so aussieht, als ob auch der neue Mix ein Erfolg werden könnte, habe ich vor, EMI dazu zu bewegen, die gleiche Prozedur auch der „Gemini Suite“ und „Sarabande“ angedeihen zu lassen, also beide zu remixen und zu remastern. Denn das würde ich nur zu gern hören.
mw: Glauben Sie, dass die DVD als Format die Musikindustrie retten wird?
Lord: Ich wünschte, ich könnte mit ganzen Herzen sagen, dass ich glaube, dass die Musik-DVD der Musikindustrie helfen könnte, aus der Krise zu kommen. Aber daran glaube ich letztilch dann doch nicht, da es dafür ein wenig mehr braucht. So schön es auch ist, einen Tonträger auf verschiedenen Formaten abspielen zu können, reicht das nicht aus, um eine neue Ära in der Branche zu beginnen. Das „Concerto“ ist die erste Veröffentlichung, die gleichzeitig mit allen vier Formaten auf den Markt kommt. Dafür brauchte man die Kraft einer Major-Firma, um diese Aufgabe zu stemmen.
mw: Was müsste die Industrie denn Ihrer Meinung nach tun, um die Lage zu verbessern?
Lord: Alles – egal von welcher Firma -, was dazu beiträgt, die Leute aufzuwecken, ist richtig. Denn dort draußen wartet wundervolle Musik auf sie, die sie nur entdecken brauchen. Nur so können wir sie zurück in die Plattenläden bekommen. Ich weiß nicht, was die Krise verursacht hat, ob es das Internet war oder die schiere Tatsache, dass es einfach so viel aufgenommene Musik gibt. Vielleicht haben wir wirklich zu viel Musik.
mw: Ihr einstiger Bandkollege Roger Glover hat mir vor zwei Wochen im Interview erzählt, dass Musik ihren alten gesellschaftlichen Stellenwert eingebüßt hat. Würden Sie da zustimmen?
Lord: Ja, die Einstellung der Leute zu Musik hat sich wirklich verändert. Und ich frage mich etwa, warum Musik damals, in den 60ern oder 70ern so viel bedeutet hat. Ich habe den Eindruck, wenngleich ich das nicht wissenschaftlich belegen kann, dass das Aufkommen der Musikvideos in den 80ern viel von der Einbildungskraft, die früher von Musik ausging, genommen haben. Für mich war das der Anfang vom Ende. Denn zuvor hat Musik nur im Kopf der Zuhörer existiert, beim Zuhören entstanden eigene Bilder. Heute ist die Musik sehr stark mit der Mode verbunden. Vor dieser Zeit gingen Mode und Musik nicht Arm in Arm. Die Musik hatte eine viel größere Freiheit, sie war flüchtiger… und ich habe sie geliebt. Aber die Dinge müssen sich ändern oder wie unsere französischen Freunde sagen: „Alles verändert sich, aber alles bleibt gleich.“ Ich weiß zwar, dass sich alles verändern muss. Aber das, was am Boden jeder Bewegung eine Sache in Bewegung hält, ist nach wie vor da: etwa wenn ein junger Mann oder eine junge Frau entdeckt, dass sie Musik komponieren und aufführen können. Denn dadurch machen sie ein gesellschaftliches Statement und bringen die Leute so auf neue Ideen. Diese Kreativität ist ungebrochen und ich hoffe, dass sich auch der Stellenwert von Musik in der Gesellschaft wieder verbessern wird.
mw: Herrschte nicht auch in der Musikindustrie in der Vergangenheit ein größerer Wagemut?
Lord: Ja, denn damals haben die Musiker wie auch die Musikindustrie dem Publikum mehr vertraut. Heute hingegen trauen sie noch nicht einmal mehr sich selbst. Wenn etwa eine junge Band ein erfolgreiches Debüt-Album veröffentlicht, dann jedoch ein zweites aufnimmt, das unter dem Zweiten-Album-Blues leidet – was sehr oft der Fall ist -, wird sie von der Firma fallengelassen. Zu der Zeit, als Deep Purple anfingen, gab es Verträge über fünf Alben. Dadurch konnten wir lernen und wachsen. Die Schallplattenfirmen haben nicht nach dem sofortigen Gewinn gesucht, sondern hatten die Karriere ihrer Künstler im Auge. Das ist auch einer der Gründe, warum viele Musiker aus den 60ern und 70ern immer noch spielen, weil man ihnen damals die Zeit gab, zu reifen. Und wenn man sich jetzt die Band aus den 80ern sucht, die heute noch arbeiten: Wo sind sie geblieben?
mw: Gleichzeitig liegt es aber doch auch an der Brillanz einzelner Werke wie dem „Concerto“, dass diese Arbeiten den Test der Zeit bestanden haben?
Lord: Nun, das „Concerto“ war immer mein Baby und zudem meine erste Arbeit, die ich für ein ganzes Orchester geschrieben habe. Ich hatte vorher zwar schon für Streicher und Holzbläser geschrieben, niemals jedoch für das komplette Orchester. Ich musste unglaublich hart arbeiten, um mir beizubringen, wie das funktioniert. Ich habe viel aus Büchern studiert, bis ich mir selbst vertraut habe. Und irgendwie hat es dann funktioniert.
mw: Werden Sie, nachdem Sie Deep Purple verlassen haben, stärker im klassischen Bereich arbeiten?
Lord: Ich würde gern als Performer weitermachen. Schließlich habe ich durch meinen Ausstieg die Musik nicht aufgegeben. Ich möchte allerdings mehr für mich schreiben, ob das nun kleinere Sachen sind oder wieder für ein Orchester. Ich habe einige Aufträge für bestimmte Musikwerke, auf die ich mich sehr freue.
mw: Wie beurteilen Sie im Rückblick Ihre Entwicklung als Komponist?
Lord: Von den ersten drei Arbeiten, dem „Concerto“, der „Gemini Suite“ und „Sarabande“, war die „Sarabande“ die gelungenste in ihrem Feld, weil sie sich besser mitteilte als die anderen zwei. Das „Concerto“ strahlt indes diese wilde Energie aus, weil ich schwimmen lernte, als ich gerade ertrank. Und das hört man auch – ja gerade das macht den Reiz des Werks aus. Die „Gemini Suite“ war dann zwar besser orchestriert, aber sie kommunizierte nicht so gut zu den Leute, wenn Sie verstehen, was ich meine. Auch „Sarabande“ ist sehr gut orchestriert, aber sie spricht die Leute einfacher an.
mw: Liegt das auch an den wunderschönen Melodien, die Sie hierfür verwandt haben?
Lord: Ich habe ganz bewusst eine Form gewählt, von der ich hoffte, dass sie die Leute einfacher ansprechen würde.
mw: Ein Grund, warum das „Concerto“ viel besser funktioniert als spätere Versuche, Klassik und Rockmusik zusammenzubringen, liegt darin, dass Projekte wie etwa Metallica zusammen mit dem San Fransisco Orchestra und den Arrangements von Michael Karmen keine wirkliche gemeinschaftliche Anstrengung der beiden Musikwelten darstellen.
Lord: Genau, Metallica haben das Orchester bloß als eine gigantische Backing Group missbraucht. Und das war damals bei uns nicht der Fall, weil hier beide Welten musikalisch aufeinander trafen, gleichzeitig aber ihre Eigenständigkeit behielten.
mw: Trotzdem hat die Fusion aus Klassik und Rock bei Musikjournalisten und Kritikern aus beiden Lagern heutzutage einen schlechten Ruf.
Lord: Hmm, diese Fusion aus Klassik und Rock hat tatsächlich etwas von einem Fisch mit Flügeln. Gerade in meinen frühen Arbeiten habe ich versucht, das unter Beweis zu stellen, aber unter der Vorgabe, dabei Spaß zu haben und gleichzeitig gute Musik abzuliefern. Die Tatsache, dass es so schwierig ist, die beiden Stile zusammenzuführen, beweist, dass Klassik und Rock niemals gute Bettgefährten sein werden. Sie werden immer miteinander kämpfen. Aber dieser Kampf macht gleichzeitig einen Teil der Freude am Musikmachen aus. Mir hat es immer enorm viel Spaß gemacht, diese Probleme zu einer Lösung zu führen. Und ich denke noch immer, dass da ein weiteres Werk für die kombinierten Welten in mir ist.
mw: Welche Reaktionen erleben Sie heute auf das „Concerto“?
Lord: Einige von den jungen, ernsten Komponisten arbeiten momentan auch wieder an dieser Art von Fusion. Ich habe mit einigen gesprochen, die heute 30 oder 40 Jahre alt sind und die den Wert des „Concertos“ für sich erkannt haben, als sie es hörten. Es habe ihnen die Ohren für bestimmte Möglichkeiten geöffnet, erzählten sie mir.
mw: Also fühlen Sie sich heute respektiert in der Klassikwelt?
Lord: Das „Concerto“ wird heute auf jeden Fall stärker respektiert als damals. Das hat dann wohl auch auf den Verfasser abgefärbt. Ich habe jedenfalls in der jüngsten Vergangenheit von einigen Orchestern Aufträge erhalten, ein neues Stück zu schreiben, ganz ohne Multimedia-Ansatz, einfach ein orchestrales Werk. Denn die Leute, die für diese Entscheidungen verantwortlich sind, erinnern sich nun an das „Concerto“ und den Furor, den es damals auslöste. Es war schließlich wirklich eine bahnbrechende Pionierleistung – geschrieben von einem Novizen, das ist das Spannende und Aufregende daran. Gerade weil ich vieles über Orchestration aus Büchern gelernt habe, erhielt das „Concerto“ die Form, die es dann eben erhielt. Ich frage mich oft, was passiert wäre, wenn ich als junger Mann schon gelernt hätte, wie man orchestriert. Das „Concerto“ wäre dann mit Sicherheit nicht so erfolgreich geworden, weil ein Teil des Charmes des Werks von diesem Gefühl kommt, dass alles, bildlich gesprochen, aus Position entstand, als ob man nervös ganz am Rande des Sitzes saß. Das wiederum liegt an der relativ naiven Orchestration des „Conertos“. Dennoch bin ich natürlich extrem stolz auf das Werk – und ich liebe es noch immer.
mw: Viele Quellen berichten, dass Ihre angegriffene Gesundheit zum Ausstieg bei Deep Purple geführt habe. Ist das korrekt?
Lord: Nein, unglücklicherweise wurde in den Zeitungen einiges falsch widergegeben. Statt eines „Gesundheitsproblems“, was ja sehr ernst klingt, hatte ich nur ein Problem mit meiner rechten Kniescheibe. Als es das erste Mal auftrat, konnte ich kaum noch gehen und brauchte einen Stock. Ich konnte nicht mehr aufstehen und spielen, ganz zu schweigen von der Bedienung der Fußpedale. Deswegen musste ich die damalige Tour mit Deep Purple im Sommer 2001 abbrechen. Und als ich nun zwangsweise diesen Sommer frei hatte, begann ich zu realisieren, dass mir diese Freizeit ganz gut gefiel. Ich habe sie sogar genossen. Deswegen war ich dann zu meinen Bandkollegen gegangen und sie gefragt, ob sie die Anzahl der Konzerte reduzieren würden, damit wir alle die Zeit nutzen für unsere eigenen Projekte besser nutzen könnten. Aber die übrigen sagten mir sehr höflich, dass das nicht ihrer Sicht der Dinge entspräche. Daraufhin habe ich gesagt, dass ich in diesem Fall einen Zeitpunkt suchen würde, zu dem ich die Band verlassen würde. Denn ich brauchte einfach mehr Zeit. Aber alles verlief sehr freundlich. Auch wenn es für mich eine traurige Entscheidung war, denn ich habe es in all den Jahren so sehr genossen, mit diesen Leuten zu arbeiten.
mw: Haben Sie Deep Purple mit Ihrem Nachfolger, Don Airey, spielen gesehen?
Lord: Ja, denn ich habe bei den abschließenden elf Konzerten der UK-Tour in diesem Sommer jeweils die letzten 40 oder 50 Minuten gespielt. Das hat mir sehr großen Spaß bereitet, es war fantastisch! Bei der Gelegenheit habe ich sie dann natürlich auch mit Don spielen gesehen, was eine sehr seltsame Erfahrung war. Für mich war es sehr ungewöhnlich, jemand anderen die Orgel-Stimmen spielen zu hören, die irgendwann ich komponiert hatte. Andererseits ist Don natürlich ein wunderbarer Musiker.
mw: Das heißt also, nicht nur Ihre, sondern auch die Geschichte von Deep Purple wird weitergehen?
Lord: Das hoffe ich. Und ich sehe keinen Grund, warum sie nicht weitergehen sollte. Ich wünsche ihnen enormes Glück und viel Erfolg. Ich jedenfalls habe meine Zeit in der Band absolut genossen, weiß aber auch, dass es die richtige Entscheidung war, zu gehen. In meinem Herzen fühle ich mich nun auf gewissen Weise erleichtert. Ich habe nun die Zeit, zu komponieren, und ich habe eine Menge Musik zu schreiben, die einfach geschrieben werden muss.






