Das Vorgehen von Labels und Verbänden gegen die vermeintlich britische Downloadsite JetGroove hat die gewünschte Wirkung offenbar nicht verfehlt. Die russische Firma hat inzwischen das meiste ohne Lizenz angebotene Repertoire vom Netz genommen – britischen Medienberichten zufolge über 50.000 Titel. musikwoche hatte in der vergangenen Woche als einer der ersten Dienste über die Machenschaften von JetGroove berichtet, die sofort die Rechteinhaber und ihre Interessenvertretungen auf den Plan riefen.
Nachdem deutsche und britische Branchenverbände Unterlassungserklärungen an die Betreiber des Onlineshops versandt hatten, bat der Rechtsanwalt der Firma die Labels um Entschuldigung. Man wolle Musik selbstverständlich nur auf legalem Wege verkaufen, so Ulukman Mamytov. Titel, die ohne Lizenz gelistet waren, konnten demnach auch nicht gekauft werden. Ein Pop-up informierte die potenziellen Kunden, dass man sich noch um die Rechte an dem betreffenden Stück kümmere.
Allem Anschein nach wollte JetGroove anhand der Nachfrage nach bestimmten Songs Marktforschung betreiben, um im Anschluss zu entscheiden, bei welchen Tracks es sich lohnt, eine Lizenz einzuholen. Dennoch konnten die Songs gestreamt werden, wofür ebenfalls eine Lizenz notwendig wäre. Anwalt Mamytov räumt in seinem Entschuldigungsschreiben an die Labels ein, dass man die Interessen der Rechteinhaber falsch eingeschätzt habe. JetGroove wolle ein legitimer Geschäftspartner werden. Inwieweit die nun alarmierten Labels bereit sein werden, nach diesem Fehlstart Lizenzen an die Russen zu erteilen, bleibt fraglich.





