Alberto Pojaghi, Präsident des italienischen Branchenverbands FIMI, mahnte, trotz der im Jahr 2000 verschärften Gesetzgebung fehle weiterhin das Bewusstsein für den Schaden, den die Piraterie verursacht. Bei mehr als jedem vierten in Italien verkauften Tonträger handelt es sich nach IFPI-Angaben um illegale Kopien, im Süden des Landes ist sogar jede zweite CD eine Raubkopie. Damit liegt Italien auf Rang sechs der internationalen Pirateriestatistik. IFPI-Chairman Jay Berman kritisierte, dass der Handel mit illegalen Tonträgern auf den Straßen und Märkten trotz polizeilicher Einsätze immer noch floriere. In den ersten sechs Monaten 2002 sei die Zahl der beschlagnahmten CD-Raubkopien um 200 Prozent gestiegen. Berman forderte dennoch eine engere Zusammenarbeit zwischen Politik und Musikbranche und härtere Strafen gegen Raubkopierer.
Emmanuel de Buretel, President & CEO EMI Recorded Music Europe, erklärte, die hohe Quote illegaler Tonträger habe negative Auswirkungen auf die Entwicklung lokalen Repertoires und italienischer Künstler. Laut IFPI besteht in Italien eine Verbindung zwischen organisierter Kriminalität und Musikpiraterie. So dienten Einnahmen aus dem Verkauf von Raubkopien oft als Zahlungsmittel bei Rauschgiftgeschäften.






