Recorded & Publishing

Jamendo will es mit wertvollster Firma der Welt aufnehmen

Der Musikdienst Jamendo zieht in den USA gegen den Tech-Konzern Nvidia vor Gericht. Das belgische Unternehmen wirft dem knapp fünf Billionen Dollar schweren Konzern vor, seine Musik zum Training von KI-Musikmodellen genutzt zu haben.

Ein vergleichsweise kleiner Player will es vor Gericht mit dem auch nach dem SpaceX-Börsengang noch wertvollsten Konzern der Welt aufnehmen. Jamendo wirft Nvidia vor, der Tech-Konzern habe seine KI-Modelle Fugatto und Audio Flamingo mit 55.000 Songs aus dem eigenen Katalog trainiert, ohne für diesen kommerziellen Einsatz eine dafür nötige Lizenz eingeholt zu haben.

Die betreffenden Songs veröffentlichte Jamendo frei zugänglich gemeinsam mit einer spanischen Universität im Internet, betonte aber, dass diese nur für Recherche- und Forschungszwecke, jedoch dezidiert nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden dürften.

„Nvidia hat durch die Kommerzialisierung von KI-Technologien, die auf umfangreichen Datensätzen wie denen von Jamendo basieren, beispiellose finanzielle Erfolge erzielt“, zitiert „Billboard“ aus der Anklageschrift. „Dennoch hat das Unternehmen es abgelehnt, Jamendo für die Nutzung seines Datensatzes zu entschädigen oder sich überhaupt ernsthaft mit Jamendo darüber auseinanderzusetzen, was die eklatante Diskrepanz zwischen Gewinn und Verantwortungsbewusstsein deutlich macht.“

Zur Erinnerung: Mit der Universal Music Group schloss Nvidia noch im Januar 2026 eine Lizenzpartnerschaft. Als Fugatto 2024 angekündigt wurde, betonte Nvidia noch, dass das Modell einzig auf Open-Source-Daten unter der Creative-Commons-Lizenz trainiert wurde.

„Diese Maßnahmen spiegeln unser Engagement für den Schutz der Rechte von Jamendo und der Künstler:innen wider, die uns die Vermarktung ihrer Werke anvertrauen“, sagte Alexandre Saboundjian, CEO der Winamp Group, Eigentümer von Jamendo. „Da künstliche Intelligenz die Musikbranche weiterhin grundlegend verändert, halten wir es für unerlässlich, dass Urheber:innen und Rechteinhaber angemessen anerkannt, vergütet und geschützt werden.“

Neben dem US-Prozess steht bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung in Belgien laut Meldung der Jamendo-Mutter Winamp eine Schadenssumme von rund 16 Millionen Euro im Raum.