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Jack White zieht sich zurück

Auf der diesjährigen Hauptversammlung in München wurde die bisherige Jack White Productions AG umbenannt in 313 Music JWP AG; der Firmensitz wurde von Berlin nach München verlegt. Und Gründer Jack White meldet sich ab.

Auf der diesjährigen Hauptversammlung in München wurde die bisherige Jack White Productions AG umbenannt in 313 Music JWP AG; der Firmensitz wurde von Berlin nach München verlegt. Und Gründer Jack White meldet sich ab.

Wie Vorstandsvorsitzender Thomas M. Stein auf Nachfrage von Aktionären bestätigte, hat Jack White seinen Beratervertrag zum 31. Dezember 2007 gekündigt. Damit geht die Ära des Firmengründers in seinem Unternehmen zu Ende. White hat bereits vor Monaten, als der Kurs der JWP-Aktie noch deutlich höher lag, fast alle seine Anteile verkauft und hält jetzt nur noch 500 Aktien (von insgesamt sieben Millionen). Das brachte ihm heftige Kritik der Anleger ein; selbst der Verdacht auf unzulässige Insidergeschäfte wurde geäußert.

Der Kurs des Papiers war nach dem verlustreichen letzten Geschäftsjahr eingebrochen und stand am 6. Juli, drei Tage nach der Hauptversammlung, bei 2,07 Euro. Thomas M. Stein hält dennoch an seinem Ziel fest, mit der neuen 313 Music JWP AG im deutschen Markt auf einen Anteil von fünf Prozent zu kommen. Jetzt sind es 0,5 Prozent.

Die Ergebnisse der Sonderprüfung der Vorgänge in der US-Dependance HOT JWP durch die KPMG stehen noch aus. Je nach Sachlage dürfte man sich deshalb auch Regressforderungen an den alten Vorstand vorbehalten. Schon jetzt sind anscheinend Tantiemenzahlungen im vergangenen Jahr an Jack White strittig. Paul Klein, der Geschäftsführer von HOT JWP, musste bereits im vergangenen Jahr seinen Hut nehmen, nachdem Unregelmäßigkeiten in den Abrechnungen mit dem US-Vertriebspartner Universal aufgedeckt wurden, die einen Schaden bis zu 2,5 Millionen Dollar bedeuteten. Zudem musste die amerikanische Firma in einem Vergleich rund 600.000 Dollar an Marilyn Manson zahlen, dessen frühe Aufnahmen sie wohl in Verkennung der Vertragslage 2004 widerrechtlich veröffentlicht hatte.

Der zum JWP-Konzern gehörende Transcontinent-Musikverlag von Karl-Heinz Klempnow steht zum Verkauf; es gäbe mehrere Interessenten, sagte Stein, ein Vertrag sei schon unterschriftsreif. Warum es zur Trennung von Transcontinent kommt, darüber geben weder Stein noch Klempnow Auskunft.

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Die Rede von Thomas M. Stein auf der Hauptversammlung (pdf)