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Jack White AG rutscht ins Minus

Umsatzeinbrüche und Rückstellungen sorgten bei der Jack White AG im ersten Halbjahr 2006 für rote Zahlen. Das Jahresziel wurde nach unten korrigiert. Während das Unternehmen die Mehrheit einer US-Gesellschaft abstößt, laufen Gespräche über Beteiligungen andernorts offenbar weiter.

Massive Umsatzeinbrüche und Rückstellungen für das US-Geschäft sorgten bei der Jack White Productions AG (JWP) im ersten Halbjahr 2006 für rote Zahlen: Der Umsatz halbierte sich von 12,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nunmehr nur noch 6,2 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Das Ebit-Ergebnis, das im Vorjahreszeitraum noch mit 3,2 Millionen Euro im Plus rangierte, lag nun bei einem Minus von 200.000 Euro. Im Vorjahr verbuchte das Unternehmen allerdings „außergewöhnlich hohe“ Einmaleffekte „infolge der Beteiligung der Universal Music Group an der VI Music LLC in Puerto Rico“, heißt es nun aus Berlin.

„Das Nettoergebnis im Konzern wurde im Berichtszeitraum zusätzlich durch einmalige Vorsorgeaufwendungen bei der Tochtergesellschaft HoT JWP Music Inc. belastet, die der unsicheren Marktentwicklung in den USA Rechnung tragen“, teilt JWP ad hoc mit: „Für noch nicht abgerechnete und noch anstehende Retouren wurden vorsorglich Reserven in Höhe von einer Million Dollar gebildet.“ Der Konzernfehlbetrag lag Ende Juni 2006 bei 500.000 Euro – im Vorjahr fiel noch ein Überschuss von 1,5 Millionen Euro an.

JWP stieß nun die Mehrheit der US-Gesellschaft HoT JWP Music ab: „Der in der Schweiz ansässige strategische Investor MXL Maxilab Investment AG übernahm mit Wirkung zum 1. August 2006 einen Anteil von 35 Prozent an der US-Gesellschaft, sodass sich die JWP-Beteiligung auf 48,3 Prozent verringerte“, heißt es aus Berlin. Man wolle sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren, die Musikproduktion im deutschsprachigen Raum.

Hier kündigte JWP erneut „Expansionsmaßnahmen“ an, die helfen sollen, binnen zwei Jahren den Marktanteil in Deutschland auf rund fünf Prozent beinahe zu verzehnfachen: „Unter anderem laufen derzeit Gespräche über Unternehmensbeteiligungen und die Verpflichtung nationaler und internationaler Künstler.“

Das noch vor zwei Monaten von Jack White bei der Hauptversammlung in Berlin bekräftigte Ziel, das Nettoergebnis des Vorjahres von 3,3 Millionen Euro zu toppen, müsse man „vor dem Hintergrund der unsicheren Marktentwicklung in den USA und der geänderten Rahmenbedingungen“ nunmehr „nach unten korrigieren“. Eine neue Gewinnerwartung gab das Unternehmen nicht aus.

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