Die Verantwortlichen der bisher mit Hauptsitz in Berlin ansässigen Jack White Productions AG (JWP) überlegen offenbar, den Firmensitz komplett nach München zu verlagern. In der bayerischen Landeshauptstadt unterhält das Unternehmen bereits eine Niederlassung sowie Aufnahmestudios.
„Am Mittwoch tagt der Aufsichtsrat, dann entscheiden wir“, verriet Hartmut Fromm, Vorsitzender des JWP-Aufsichtsrats, dem Berliner „Tagesspiegel“. Ausschlaggebend seien Kostengründe. „Zwei Standorte sind zu teuer. München wäre für Jack White viel günstiger.“ Mit der Bilanzpressekonferenz am 27. April und der Hauptversammlung am 3. Juni wurden bereits wichtige Termine an der Isar angesetzt.
Aktionärsvertreter blicken dem kommenden Freitag, wenn JWP die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Tisch legt, bange entgegen. „Aufgrund der uns vorliegenden Informationen ist damit zu rechnen, dass JWP sehr schlechte Zahlen vorlegen wird“, befürchtet Michael Kunert von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Kunert sieht gar die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft gefährdet. Er kritisierte dabei unter anderem das Fehlen eines Finanzvorstands bei JWP. Das Unternehmen verstoße damit gegen seine eigene Satzung, die einen zweiten Vorstand vorschreibe. Die Gesamtleitung von JWP liegt seit Februar 2007 beim Vorstandsvorsitzenden Thomas M. Stein.
Fallende Verkaufszahlen in allen Bereichen hatten JWP in den ersten neun Monaten des Jahres 2006 bereits einem deutlichen Ertragsrückgang beschert. Der Umsatz in diesem Zeitraum war auf 7,9 Millionen Euro im Vergleich zu 18,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum zusammengeschrumpft. Das Ebit-Ergebnis, das im Vergleichszeitraum 2005 noch ein Plus von 5,2 Millionen Euro aufgewiesen hatte, verwandelte sich in ein Minus von 1,5 Millionen Euro. „Es ist davon auszugehen, dass die Zahlen für das Gesamtjahr nicht besser sind als im dritten Quartal“, erklärte Stein.





