Das Motorola-Handy zum mobilen Einkauf im iTunes Music Store scheint sich hinter den Kulissen immer stärker zum Streitobjekt zu entwickeln. Während Motorola die wiederholt verzögerte Produktvorstellung auf die restriktive PR-Politik von Apple schiebt, deutet sich nun ein Machtkampf zwischen Geräteherstellern und Netzwerkbetreibern an. Offiziell ließ Motorola-CEO Ed Zander im Rahmen der Mobilfunkfachmesse CTIA in New Orleans unlängst wissen, dass man sich mit Apple darauf verständigt habe, das iTunes-Handy erst dann vorzustellen, wenn es auch für den Handel verfügbar ist.
Hinter vorgehaltener Hand raunen jedoch alle Insider in der Branche, dass es weniger die besonderen PR-Wünsche von Apple-Chef Steve Jobs sind, die das Gerät weiter unter Verschluss halten. Vielmehr scheint es, als seien einige der großen Netzwerkbetreiber außer sich über die geplanten musikalischen Funktionalitäten der iTunes-Telefone. Die Tatsache, dass Nutzer damit direkt im iTunes Music Store einkaufen können, ohne dass die Mobilfunkprovider an den Umsätzen beteiligt werden, sorgt derzeit für internen Zwist.
In den USA scheinen besonders die beiden Marktführer Cingular und Verizon Wireless wenig begeistert, in Europa gilt Vodafone – Motorolas wichtigster Abnehmer – als Gegner der iTunes-Pläne. Schließlich betreiben die Briten mit ihrem Entertainmentportal Vodafone live! eigene Downloadpläne, und auch O2 und T-Mobile lassen ihre Kunden in eigens entwickelten Shops Musik kaufen.
Sollten sich die führenden Netzwerkbetreiber weigern, Motorolas iTunes-Telefone ins Programm aufzunehmen oder diese nicht zu den üblichen subventionierten Konditionen verkaufen, müsste der amerikanische Handyhersteller seine telefonierenden iPods ohne die Hilfe der Provider unters Volk bringen. Experten schätzen jedoch, dass das Gerät dann rund 500 Dollar kosten wird. Für diesen Betrag bekommt man jederzeit einen iPod und ein Handy.






