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Italienischer Musikmarkt wuchs um 10,7 Prozent

Der italienische Musikmarkt erzielte 2025 einen Rekordumsatz von 513,4 Millionen Euro. Das Wachstum von 10,7 Prozent übertrifft dabei den globalen wie auch den EU-Durchschnitt. Erstmals überholt das heimische Musikgeschäft zudem die italienischen Kinoeinnahmen.

Der italienische Musikmarkt setzte seinen Wachstumskurs im achten Jahr in Folge fort: 2025 erreichte der Gesamtumsatz einen Rekordwert von 513,4 Millionen Euro – ein Plus von 10,7 Prozent gegenüber 2024 – eine Verdopplung gegenüber 2019. Dieses Wachstum ist doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt von 5,6 Prozent und liegt deutlich über dem globalen Durchschnitt von 6,4 Prozent. Damit bestätigt Italien seine Position als drittgrößter Markt in der Europäischen Union und elftgrößter weltweit, beflügelt durch eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 11,3 Prozent im Fünfjahreszeitraum 2021 bis 2025.

„Der digitale Bereich, der den größten Anteil am Konsum ausmacht, treibt die Branche an, während das physische Segment sein Comeback festigt. Befeuert wird dies durch die Leidenschaft der Superfans und deren Sammelleidenschaft für Premium-Formate und Merchandise-Artikel ihrer Lieblings-Acts“, analysiert die Federazione Industria Musicale Italiana (FIMI) im online verfügbaren Jahresbericht.

Mit diesen Ergebnissen übersteigt der Wert der Musikaufnahmen in Italien erstmals die nationalen Kinoeinnahmen in Höhe von 496,5 Millionen Euro und bestätige damit die zentrale Bedeutung der Musikindustrie für die italienische Kulturwirtschaft, heißt es aus Rom.

Streaming bleibt der wichtigste Wachstumstreiber mit Einnahmen von über 340 Millionen Euro (zwei Drittel des Gesamtumsatzes), was einem Wachstum von 9,6 %Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Streaming-Abonnements sind der Haupttreiber und stiegen um 14,1 Prozent auf 234,4 Millionen Euro, was 69 Prozent des Gesamtumsatzes dieses Formats ausmacht.

Der werbefinanzierte Bereich verzeichnete unterdessen einen Rückgang von 2,2 Prozent auf 51,3 Millionen Euro, während Videostreaming ein moderates Wachstum um 3,8 Prozent auf insgesamt 54,8 Millionen Euro verzeichnete. Darüber hinaus wurden in Italien im Jahr 2025 über 99 Milliarden Streams abgespielt, mit einem wöchentlichen Durchschnitt von 1,9 Milliarden (davon 54 Prozent über Premium-Abonnements): ein Rekordwert, der einem Wachstum von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Neben dem digitalen Markt wächst der Markt für physische Musik weiter und erreichte 74,7 Millionen Euro (plus 21,9 Prozent), was einem Marktanteil von 15 Prozent entspricht. Vinyl bleibt mit einem Plus von 24,2 Prozent das dominierende Format, aber auch CDs verzeichnen ein deutliches Wachstum (plus15,1 Prozent).

Dies deute auf einen Markt hin, der zunehmend von der Nachfrage nach Musik durch Superfans und den Sammlerwert von Musik getrieben werde, so die FIMI. Insgesamt wurden 4,6 Millionen physische Produkte verkauft, davon 51 Prozent CDs und 47 Prozent Vinyl-Alben. Physische Titel, die zwischen 2020 und 2025 veröffentlicht wurden, machten 71 Prozent der verkauften Einheiten aus.

„Die Daten bestätigen zudem die zentrale Bedeutung neuer Veröffentlichungen für den italienischen Musikkonsum“, weiß die FIMI. Denn Neuerscheinungen machen 16 Prozent des Streaming-Marktes aus, wobei 82 Prozent der Streams von Songs stammen, die seit 2010 veröffentlicht wurden – 57,3 Prozent davon aus den letzten fünf Jahren.

Dieser Trend ist im physischen Markt noch deutlicher zu erkennen: 92 Prozent der verkauften Einheiten sind Alben, die seit 2010 erschienen sind. „Diese Zahlen unterstreichen die Fähigkeit der italienischen Musikindustrie, das zeitgenössische Repertoire mit Strategien zu fördern, die die Bedürfnisse der Künstler und den Geschmack der Musikliebhaber in den Mittelpunkt stellen“, analysiert die FIMI.

Neben anderen Einnahmequellen wuchsen die Aufführungsrechte um 9,8 Prozent auf 82,1 Millionen Euro und bestätigten damit ihre Position als zweitgrößte Einnahmequelle der Branche in Italien. Das Segment der Synch-Rechte verzeichnete hingegen einen Rückgang von 5,7 Prozent auf 12,2 Millionen Euro, bedingt durch den Rückgang italienischer Filmproduktionen und den damit einhergehenden Rückgang der Nutzung von Filmmusik in audiovisuellen Produkten.

Die Lizenzgebühren aus dem italienischen Musikexport stiegen bis 2025 um 13,9 Prozent auf über 32 Millionen Euro (zusammengefasst aus physischen Tonträgern, Synch-, Aufführungsrechten und digitalen Einnahmen, die allein 88 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachen). „Dies sind außergewöhnliche Zahlen und das Ergebnis eines langen Prozesses vorausschauender Investitionen, der in den letzten sechs Jahren zu einer Steigerung der Lizenzgebühren um 180 Prozent geführt hat“, so die FIMI. „Dies ist neuen Möglichkeiten des Musikgenusses zu verdanken, die Chancen für die Internationalisierung und den Zugang zu ausländischen Märkten eröffnen.

Abschließend bilanziert die FIMI: „Das Wachstum des italienischen Marktes bestätigt die Stärke des italienischen Musik-Ökosystems, das durch digitale Innovationen der Unternehmen und ein zunehmend engagiertes Publikum unterstützt wird: Ob Streaming, physische Tonträger oder neue Konsumformen – Musik gewinnt in der kulturellen und wirtschaftlichen Landschaft des Landes immer mehr an Bedeutung.“