Recorded & Publishing

Irritationen um Start der Download-Plattform

Die gemeinsame Download-Plattform der deutschen Musikbranche soll in diesem Sommer starten. Aber viele Fragen sind noch offen. Einige wollte Universal-Chef Tim Renner vergangene Woche beantworten. Doch er wurde falsch verstanden.

Laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ haben sich nur die „Musikmultis“ auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Gut unterrichtete Kreise wissen jedoch, dass es eine Downloadplattform geben soll, die allen offen steht, auch Indies und Firmen, die nicht Mitglied des Bundesverbands sind. Das erscheint sinnvoll, denn nur so lässt sich ein umfassendes Angebot gewährleisten, das den Bedürfnissen der Konsumenten entspricht.

Entsprechend erklärte Bundesverbands-Sprecher Dr. Hartmut Spiesecke, dass eine Teilnahme jedem interessierten Unternehmen der deutschen Musikwirtschaft offenstehe. Das Startdatum für die Plattform unter dem Arbeitstitel PhonoLine bestätigte er allerdings aufgrund der noch laufenden Verhandlungen nicht. Ein Termin im Sommer werde jedoch angestrebt.

Außerdem heißt es im Bericht der „FTD“, das Download-Portal werde auf die Universal-Plattform popfile.de aufsetzen. Dies ist auszuschließen, obwohl man einzelne technische Komponenten von popfile.de übernehmen könnte. So betont BMG-Sprecherin Regine Hofmann, dass sich das Unternehmen nicht an einer Umwandlung von popfile.de in eine Branchenplattform beteiligen werde. Ähnliches verlautet auch aus dem Hause Warner Music.

Wie musikwoche.de erfuhr, will man einen umfassenden und einheitlichen Katalog von Musik anbieten, den jede Firma eigenständig gestalten kann. Dies gewährleistet intensiven Wettbewerb, verbunden mit optimaler Nutzerfreundlichkeit für den Online-Konsumenten. Gespräche über die Umsetzung des Konzepts laufen noch mit verschiedenen Dienstleistern, auch mit der Telekom. Schließlich verwechselt die „FTD“ im Gespräch mit Renner PhonoNet und popfile.de: PhonoNet wolle jeden Titel zu einem Einheitspreis von 99 Cent verkaufen. Der Branchendienstleister ist aber gar nicht in der Position, den Plattenfirmen Preisvorgaben zu machen. Zudem würde das die Kartellwächter auf den Plan rufen. Fazit: Nix is fix.