Mit dem Überschreiten der 200-Mio.-Marke bei den Downloads im iTunes Music Store steigert Apple seinen Wochenverkaufsschnitt innerhalb von neun Wochen um 33 Prozent. Seit der letzten Rekordmeldung vom 15. Oktober, als Apple den Verkauf des 150millionsten Songs verkündete, setzten die Kalifornier also wöchentlich 5,56 Mio. Titel ab – oder durchschnittlich 793.651 pro Tag. Bleibt es bei diesem Tempo, schafft iTunes bis Jahresende also noch die 211-Mio.-Marke und macht voraussichtlich im April 2005 die 300 Mio. voll. Doch angesichts der hohen Nachfrage nach iPods im Weihnachtsgeschäft könnten die Downloadverkäufe künftig noch schneller anwachsen.
Bei aller Euphorie aufgrund des boomenden Digitalvertriebs lohnt sich deshalb eine Gegenüberstellung dieser beiden Erfolgsgeschichten: Vergleicht man die Anzahl verkaufter Songs mit der der verkauften iPods, macht sich aus Musikbranchensicht eher Ernüchterung breit. Bis Ende September hatte Apple offiziell 5,76 Mio. seiner beliebten MP3-Player unters Volk gebracht. Allen ernsthaften Analystenschätzungen zufolge werden im letzten Jahresquartal weitere vier Mio. iPods dazukommen.
Bis Jahresende wären demnach zwischen 9,5 und zehn Mio. Player auf dem Markt. Das bedeutet, dass jeder iPod-Besitzer im Schnitt nur zwischen 21 und 22 Songs im iTunes Music Store eingekauft hat. Bei positiver Betrachtung kann man all diesen iPod-Fans noch ein großes Potenzial im Downloadverkauf attestieren. Nüchtern gesehen bleibt die Feststellung, dass allein im November über 7,45 Mio. Menschen zu jedem beliebigen Zeitpunkt in den diversen P2P-Systemen eingeloggt waren. Das sind 19 Prozent mehr als im Oktober und 70 Prozent mehr als im November 2003.





