Eine „anonyme Investorengruppe“ nimmt die Deutsche Entertainment AG (DEAG) unter Beschuss in Bezug auf die am 29. November beendete Wandlung von Teilschuldverschreibungen in DEAG-Aktien. Das geht, wie das Börsenblatt „Euro am Sonntag“ meldet, aus einem als „Anzeige“ formulierten Schreiben hervor, das auch der Finanzaufsicht BaFin vorliege. Die DEAG habe die Anleger im Bericht über das dritte Quartal 2006 nicht über die wahre Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens aufgeklärt, heißt es darin. Angesichts der Wandlung, die vom 9. bis 29. November lief, könnten Anleger deshalb möglicherweise geschädigt worden sein, so der Vorwurf.
Bei der Kapitalmaßnahme standen 4,58 Millionen Teilschuldverschreibungen zum Tausch in DEAG-Aktien an. Das Grundkapital des Live-Entertainment-Konzerns erhöht sich dadurch auf 23,2 Millionen Euro. Die Wandlung trage „zu einer substanziellen Reduktion der zukünftigen Kapitalkosten“ der DEAG bei. Außerdem erhöhe sich „die freie Liquidität zur Finanzierung des weiteren Wachstumskurses“.
Laut „Euro am Sonntag“ wäre für die Besitzer der Teilschuldverschreibungen statt der Wandlung eine Barauszahlung in Höhe von 1,48 Euro pro Schein lohnender gewesen. Wie Börsenbeobachter vermuten, versuchten die Verfasser der Anzeige durch ihre Anschuldigungen, den Kurs der DEAG-Aktie unter diesen Wert zu drücken. In diesem Fall hätte die Mehrheit der Schuldscheinbesitzer wohl die Variante Barauszahlung gewählt, was die DEAG bis zu 6,6 Millionen Euro gekostet hätte.
Bei den Vorwürfen geht es unter anderem um die Bewertung von Immobilien, die Bilanzierung von Beteiligungen oder angeblich nicht ausreichende Liquidität. DEAG weist diese Anschuldigungen zurück. Ein Sprecher des Konzertveranstalters sagte gegenüber „Euro am Sonntag“: „Wir sind irritiert über die Vorgehensweise. Wir können alle Punkte überzeugend widerlegen.“





