Der Medienkonzern Viacom hat verfügt, dass seine 184 Radiosender der Infinity Broadcasting Corp. künftig nicht mehr mit unabhängigen Radio-Promotern zusammenarbeiten dürfen. Damit reagiert Infinity auf die Ermittlungen des New Yorker Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer, der derzeit wegen des Verdachts auf Payola gegen Plattenfirmen und Radiosender ermittelt. Laut einem internen Memo hat die Konzernleitung bestimmt, dass die Verantwortlichen der Sender keinerlei Geschäftsbeziehungen mehr zu freien Promotern aufnehmen dürfen. Auch das Weiterreichen von Playlisten ist untersagt.
Spitzer prüft, inwieweit Musikunternehmen mithilfe von Mittelsmännern Einfluss auf die Platzierung von Songs im Radio nehmen. In den USA ist es Sendern nach früheren Payola-Fällen nicht gestattet, im Gegenzug für finanzielle Leistungen Songs in ihr Programm aufzunehmen, ohne dies den Hörern mitzuteilen. Angeblich ist es jedoch noch immer gängige Praxis, dass unabhängige Promoter die Sender für das Überlassen von Playlisten bezahlen. Die Promoter selbst würden dann von den Labels für neue Songs der Unternehmen auf diesen Listen belohnt. Neben Infinity hatten bereits zuvor die landesweiten Radioketten Cox und Clear Channel der Zusammenarbeit mit den Freien abgeschworen.





