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Indische Musikbranche fürchtet Fiskus und Radio

Die indische Musikindustrie fordert einen weiterhin niedrigeren Mehrwertsteuersatz auf Tonträger. Die Absatzverluste der letzten Jahre hätten der Branche schon einen großen Schaden zugefügt, ein höherer Steuersatz, wie von der Regierung vorgeschlagen, sei nicht zu verkraften.

Die indische Musikindustrie fordert einen weiterhin niedrigeren Mehrwertsteuersatz auf Tonträger. Die Absatzverluste der letzten Jahre hätten der Branche schon einen solch großen Schaden zugefügt, dass ein höherer Steuersatz, wie er von den Regierungen einiger indischer Bundesstaaten vorgeschlagen wird, nicht zu verkraften sei. Vijay Lazarus, President des Branchenverbands Indian Music Industry (IMI), erklärte, die Musikwirtschaft Indiens habe in den letzten beiden Jahren 27 Prozent nach Stückzahlen und 38 Prozent nach Umsatz verloren. Eine Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für Tonträger von derzeit zwölf auf 17 oder 18 Prozent könne angesichts der weit verbreiteten Piraterieprodukte nicht an die Konsumenten weiter gegeben werden, verringere daher die Margen für die ohnehin gebeutelte Branche. Derzeit setzen indische Plattenfirmen rund sechs Mrd. Rupien (107 Mio. Euro) jährlich um, in den letzten drei Jahren gingen den Firmen nach Schätzungen der IMI etwa 18 Mrd. Rupien (312 Mio. Euro) durch Piraterie durch die Lappen. Ein weiteres Übel sei die zunehmende Verbreitung von Radiosendern. „Mehr Sender bedeuten weniger Käufer“, so das schlichte Argument von Lazarus. In manchen Regionen sind die Verkäufe nach dem Erscheinen eines neuen Radiosenders um fast 40 Prozent zurück gegangen, so die IMI. Ein weiteres Problem sei, dass sich bei Strafen zwischen 500 und 5000 Rupien kein Schwarzhändler abschrecken lasse.

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