Recorded & Publishing

Indies wollen DRM-freie iTunes-Songs ohne Preiserhöhung

Nur kurz nach der EMI-Ankündigung des Endes von DRM beim Downloadverkauf hatte der Digitaldienstleister 7 Digital den ersten Downloadshop auf mp3-Verkauf umgestellt. Auch Kontor New Media und 24 / 7 Music Shop drängen auf mehr Angebote ohne Kopierschutz.

Nur kurz nach der EMI-Ankündigung des Endes von DRM beim Downloadverkauf hatte der Digitaldienstleister 7 Digital den Downloadshop der EMI-Band The Good, The Bad And The Queen auf mp3-Verkauf umgestellt. Das passte – schließlich spielte Bandgründer Damon Albarn auf der Pressekonferenz von EMI und Apple.

Aber auch andere Shopbetreiber stehen der Abkehr von den digitalen Kopiersperren positiv gegenüber. Manche sind den Majors bereits ein Stück voraus. „Da wir unseren deutschen und internationalen Kunden schon heute mp3-Dateien in einer Auflösung von 192 kBit / s anbieten, benötigen wir kein Upgrade und wollen deshalb spätestens im Mai – vielleicht sogar noch vor iTunes – mit dem DRM-freien Angebot live gehen“, erklärt Jörn Gillys-Niemeyer, Vice President Business & Product Development 24/7 MusicShop. Ziel von 24 / 7 sei es zudem, auch die Möglichkeiten einer flexibleren Preisgestaltung zu erörtern. Vor allem Katalogverkäufe sollten eher nicht teurer werden.

Dass auch andere Majors das Thema digitales Rechtemanagement kreativ angehen, zeige zudem das Beispiel des Warner-Tochterlabels Roadrunner: „Deren Katalog mit Acts wie Nickelback liefern wir bereits seit einiger Zeit im mp3-Format an Kunden wie freenet“, sagt Gillys-Niemeyer. Aber das dürfte derzeit noch unter die Rubrik „DRM-freie Experimente“ fallen. Auch Universal Music (in Frankreich) und Sony BMG (in den USA) erproben derzeit den Verkauf ohne Kopiersperren.

Brancheninsider wie Michael Pohl, General Manager beim Digitalvertrieb Kontor New Media, gehen aber davon aus, dass es maximal noch zwölf Monate dauern werde, bis bei den anderen Majors die DRM-Schranken fielen. „Das ist eine Bestätigung unserer Strategie, die wir schon seit einiger Zeit verfolgen.“ Die vergleichsweise schlechten Downloadzahlen in Deutschland und Europa seien nämlich zum Teil hausgemacht. „Die Verbraucher wollen keine DRM-Files. Wenn die anderen Majors nachziehen, wird sich der Markt verdoppeln, ja vielleicht sogar verdreifachen“, so Pohl. Nur Stunden nachdem er von der Entscheidung der EMI Group erfahren hatte, habe er den iTunes-Machern angeboten, den von Kontor digital vertriebenen Katalog von unabhängigen Kundenlabels ab sofort ebenfalls ohne DRM in den Downloadshop zu stellen.

Mehr zum Thema