Bei ihrer Midem-Pressekonferenz machten die Vertreter des Independent-Verbands Impala klar, dass sie sich mit allen verfügbaren Mitteln gegen die geplante Fusion von BMG und Sony Music stellen werden. Die formale Beschwerde sei bereits formuliert. Der europäische Zusammenschluss von mehr als 2000 Indie-Labels sieht in dem bevorstehenden Merger eine Gefahr für die kleinen und mittelständischen Musikfirmen. „Unsere Hauptsorge ist der Marktzugang“, sagte Impala-Generalsekretär Philippe Kern in Cannes. „Wir wollen nicht in die Zwangslage kommen, dass ein kombinierter Großkonzern den Zugang für unabhängige Labels zu den Medien und zum Handel einschränkt.“ Fusionsgegner haben noch bis zum 28. Januar Zeit, ihre Bedenken in so genannten Artikel-11-Briefen bei der EU anzumelden. Neben Impala werden angeblich auch EMI und Universal diese Briefe bei EU-Wettbwerbskommissar Mario Monti hinterlegen. „Die Indies haben sich schließlich nicht darauf spezialisiert, das zu essen, was die Majors ihnen überlassen“, ergänzte !K7-Chef Horst Weidenmüller auf der Pressekonferenz. Die Independent-Firmen befürchten, dass Sony BMG speziell im TV- und Radio-Sektor das Nadelöhr noch stärker verengen könnte. Das sei zuletzt besonders bei der weltweiten Durchvermarktung von „Pop Idol“ („Deutschland sucht den Superstar“) bemerkbar gewesen, wo BMG bereits jetzt über Konzernschwestern wie RTL, RTL Enterprises oder die diversen Radiotöchter die Medien dominiere. Impala erwarte deshalb mit Spannung, welche Entscheidung die EU-Kommission am 12. Februar bezüglich des Prüfverfahrens fällen wird. „Es würde mich sehr wundern“, so Naïve-President Patrick Zelnik, „wenn dieses Fusionsvorhaben bei der EU nicht in die zweite Prüfphase gehen würde.“
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