Der zuvor bereits erwartete Entschluss der EU-Wettbewerbshüter, die Fusion Sony BMG einer vertieften Prüfung zu unterziehen, gibt den zuletzt in Merger-Fragen wieder sehr aktiven Impala-Vertretern neuen Rückenwind. „Die Kommission sollte nun in der Lage sein, die kulturellen Auswirkungen einer Genehmigung vollständig zu untersuchen“, lässt Impala-President Patrick Zelnik wissen. Und Impala-Chairman Martin Mills unterstreicht, dass ein Merger ohne ein angemessenes Entgegenkommen auch weiterhin nicht akzeptabel sei.
Damit spielt Mills auf den Schulterschluss zwischen Impala und Warner Music an – Warner hatte sich kürzlich bereits vor der Abgabe eines erneuten Angebots für EMI mit Zugeständnissen in Hinblick auf finanzielle Unterstützung und Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbslage die Rückendeckung der unabhängigen Firmen erkauft. „Ein Major hat bereits akzeptiert, dass unser Standpunkt richtig ist, und wir werden alles daransetzen, auch die Kommission von dieser Ansicht zu überzeugen“, meint Mills. Die Impala-Mitglieder erwarten demnach, dass die EU-Kommission den Deal zwischen Warner und den Independents als Modell für weitere Einigungen nimmt.
Im Independent-Sektor hatte der Schulterschluss allerdings nicht nur Zustimmung erhalten: Zwei Mitglieder des britischen Indie-Verbands AIM haben bereits aus Protest ihren Austritt aus der Organisation angekündigt. Dagegen hatte sich der Vorstand des deutschen VUT geschlossen hinter das Projekt gestellt.






