Die Kaffeehauskette Starbucks verliert derzeit Sympathien im amerikanischen Tonträgerhandel. Der Exklusivdeal für das kommende Jubiläumsalbum von Alanis Morissette und eine Verletzung des VÖ-Termins beim aktuellen Beck-Album veranlassten Don Van Cleave, den Vorsitzenden der Vereinigung unabhängiger Händler, nun zu einem offenen Brief.
Er habe Verständnis dafür, dass bei der großen Anzahl von Starbucks-Filialen sich nicht alle an den ausdrücklich kommunizierten Verkaufsstart halten, da die Kaffeekette sich noch nicht allzu lange mit dem Verkauf von Tonträgern beschäftigt, schreibt der President der Coalition of Independent Music Stores (CIMS). Er könne jedoch nicht nachvollziehen, wieso Starbucks bereits so früh an die Beck-Alben kam. CIMS-Händler, für die „Guero“ eines der wichtigsten Themen im Frühjahr ist, hatten zum Teil am eigentlichen VÖ-Tag (29. März) noch keine Ware. „Und wenn ich schon dabei bin“, so Van Cleave weiter, „dann kann ich euch auch sagen, dass der Alanis-Plan nicht cool ist. Ihr habt der Welt ja bereits beim Ray-Charles-Album bewiesen, welche Haudraufs ihr seid. Sich ein sechswöchiges Exklusivverkaufsrecht für das Alanis-Album zusichern zu lassen, macht euch jedoch zur Zielscheibe.“
Neben Van Cleave hatten sich auch schon John Kunz, Inhaber des CIMS-Mitglieds Waterloo Records in Austin, und Jerry Kamiler, Einkaufsdirektor für Musikprodukte bei der Kette Trans World Entertainment, über den Morissette-Deal echauffiert. Er erkenne die Leistung von Starbucks für die Musikindustrie durchaus an, beteuert Van Cleave. Wer als non-traditional Outlet mehr als ein Viertel aller Ray-Charles-Alben verkauft, helfe der Branche. Doch wer andere Handelspartner verärgere, werde bald nicht mehr als Segen für die Industrie empfunden: „Dann werdet ihr genauso ein hässlicher Tyrann wie Best Buy.“






