Recorded & Publishing

Impala will EU von kontrollierten Fusionen überzeugen

Die europäischen Independentfirmen wollen sich bereits am 23. Februar mit Neelie Kroes treffen, um die EU-Wettbewerbskommissarin über die Impala-Position zu Fusionsfragen in der Musikbranche zu informieren. Dabei soll es nicht nur um Warner und EMI gehen.

Die europäischen Independentfirmen wollen sich bereits am morgigen Freitag, den 23. Februar, mit Neelie Kroes treffen, um die EU-Wettbewerbskommissarin über die Position des Verbands Impala zu Fusionsfragen in der Musikbranche zu informieren. Bei den Gesprächen mit den Kartellwächtern soll es aber nicht nur um den zu erwartenden Zusammenschluss von Warner Music und EMI gehen, vielmehr wollen Impala-President Patrick Zelnik und Chairman Martin Mills Rahmenbedingungen mit Kroes und ihrem Team diskutieren, die ganz allgemein für Fusionen und Firmenkäufe in der Branche anwendbar sein sollen.

„Derzeit gibt es zwei starke Majors und zwei schwache“, erklärte Mills dem „Wall Street Journal“. Ab sofort werde es darum gehen, einen Markt mit drei starken Majors und einem starken Independentsektor zu schaffen. Daher werde man Kroes natürlich das Abkommen zwischen Impala und der Warner Music Group (WMG) bezüglich der geplanten EMI-Übernahme vorstellen, dieses jedoch gleichzeitig als Vorlage für andere Deals präsentieren.

Bis Ende des Monats will Kroes entscheiden, ob die nachträglich zu genehmigende Fusion von Sony Music und BMG durchgewunken oder weiter einer vertieften Prüfung unterzogen wird. Dabei sei die Position der Impala-Mitglieder weiter unverändert, sagte Zelnik. Ohne Zugeständnisse an die Einwände der Indies werde Impala ein erneutes grünes Licht für Sony BMG aus Brüssel nicht akzeptieren. „Wir würden dann nochmal in Berufung gehen. Da sind wir recht standhaft“, so Zelnik. Doch der Verband setze nicht kategorisch auf den langwierigen Rechtsweg. „Am besten wäre es, wenn man das vertraulich klärt.“

Direkte Verhandlungen mit den Betroffenen kämen auch im Fall des Verkaufs von BMG Music Publishing an Universal in Betracht. Er gehe zwar nicht davon aus, dass die EU-Kommission das Zweckbündnis von Impala und WMG unumwunden begrüßen wird, meinte Zelnik, doch er sehe dadurch jetzt die Möglichkeit für einen Umschwung in der Branche. „Das ist einfach einmal eine andere Herangehensweise, die obendrein konstruktiver ist als die Rechtsstreitereien.“

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