Die Impala begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission über eine vertiefte Prüfung des geplanten Verkaufs von BMG Music Publishing an die Universal Music Group. Die Dachorganisation der europäischen Independents sieht sich in ihren Bedenken gegenüber dem Zusammenschluss bestätigt.
Die Haltung der EU-Kommission stehe in Einklang mit der Sichtweise tausender unabhängiger Musikverlage und Labels, heißt es aus Brüssel. Zahlreiche Impala-Mitglieder hatten im Vorfeld ihre Bedenken gegen den Merger formuliert und über den Verband an die Kommission weitergereicht. Befürchtet werden vor allem die dominante Marktstellung eines neu entstehenden Verlagsriesen, Wettbewerbsstörungen im Verlags- und Musikgeschäft sowie Nachteile der Independentfirmen gegenüber Verwertungsgesellschaften und im Bereich der Onlinelizenzierungen.
„Wir wollen nur einen fairen Wettbewerb und einen freien Marktzugang“, erklärt Impala-Präsident Patrick Zelnik. „Also genau das, was das Kartellrecht eigentlich garantieren sollte.“ Mit Hinweis auf den geplatzten Zusammenschluss zwischen EMI und Warner anno 2000 und der nach Klage der Implala in diesem Jahr annullierten Genehmigung für den Sony-BMG-Merger gibt sich der Indieverband optimistisch. Der Markt unterliege gegenwärtig einer noch größeren Konzentration als 2000, sodass die Kommission kaum zu einer anderen Entscheidung kommen könne als damals.
„Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Universal seinen eigenen Argumenten aus dem Jahr 2000 widerspricht, als es die Fusion von EMI und Warner ablehnte, weil der Verlagsmarkt keine weitere Konzentration erfahren dürfte“, erklärte Horst Weidenmüller, Vice President Impala.






