Recorded & Publishing

Impala kritisiert Fusion von EMI und Warner

Der Dachverband der unabhängigen Plattenfirmen Europas stellt sich gegen eine weitere mögliche Major-Fusion. Die Impala-Mitglieder befürchten durch die Konzentration im Musikgeschäft Einschränkungen beim Marktzugang, sinkende Wahlfreiheiten der Kunden und eine Verarmung der kulturellen Vielfalt.

Der Dachverband der unabhängigen Plattenfirmen Europas stellt sich gegen eine weitere mögliche Major-Fusion. Die 2500 Impala-Mitglieder befürchten durch die Konzentration im Musikgeschäft Einschränkungen beim Marktzugang, sinkende Wahlfreiheiten der Kunden und eine Verarmung der kulturellen Vielfalt.

Sollte es zu einer Fusion der Plattenfirmen und Musikverlage der EMI Group und der Warner Music Group kommen, würden die beiden Unternehmen nach Impala-Rechnung zusammen ein Viertel des Tonträgerverkaufs und nahezu 50 Prozent des Musikverlagsgeschäfts kontrollieren. „Diese höhere Konzentration bedeutet für unabhängige Musikunternehmen eine ungerechte Steigerung der Kosten für den Zugang zum Markt“, heißt es aus Brüssel. Ein zweiter Zusammenschluss nach der von Impala immer noch angefochtenen Fusion von Sony Music und BMG „würde die Kontrolle über mehr als drei Viertel der weltweit veröffentlichten Musikwerke in den Händen von drei Unternehmen“ versammeln. Die Impala-Klage gegen Sony BMG sei noch beim Europäischen Gericht in erster Instanz anhängig.

„Die Fusion dieser großen historischen Plattenfirmen würde ein Triopol schaffen, durch das der Zugang zum Markt für kleine Unternehmen – traditionellerweise der Nährboden für neue spannende Musik – unweigerlich erschwert würde“, mahnt Martin Mills, Chairman der Beggars Group. „Wenn drei Unternehmen einen Marktanteil von 75 Prozent halten, können sie dem gesamten Markt ihre Bedingungen diktieren“, ergänzt Hein van der Ree, Managing Director von Epitaph Europe. „Das ist nicht akzeptabel, wenn man gewährleisten will, dass alle Marktbeteiligten gleichen Zugang zum Markt haben.“

„Eine mögliche EMI-Warner-Fusion wird dazu führen, dass wieder Tausende von Acts fallen gelassen werden. Das auf dem Markt verfügbare Musikrepertoire wird dadurch weiter schrumpfen“, kritisert Horst Weidenmüller, CEO von !K7 Records. „Um zu wachsen, braucht das Musikgeschäft jedoch eine größere kulturelle Diversität mit Zugang zum Markt. Das ist leider das genaue Gegenteil dessen, was diese mögliche Fusion bewirken wird.“

Die Impala-Mitglieder haben vor diesem Hintergrund eine Petition gegen die weitere Konzentration im Musiksektor online eingereicht.