Der Erfolg vor dem zweithöchsten EU-Gericht sorgt beim Impala-Dachverband der unabhängigen Musikfirmen Europas offenbar für Rückenwind. So fordert die Impala-Spitze im Anschluss an ein außerordentliches Treffen in London nun zunächst die Zerschlagung von Sony BMG Music Entertainment: Nach Ansicht der Impala-Offiziellen dürfe die Tatsache, dass Sony BMG zwei Jahre nach der Fusion sein Haus bestellt hat, nicht der einzige Grund sein, von einer Rückabwicklung der Fusion abzusehen.
Die Impala-Vertreter wollen bei Sony, Bertelsmann und der Europäischen Kommission offiziell auf einen De-Merger des fusionierten Musik-Majors drängen und fordern schnelle Entscheidungen. Gleichzeitig sei man bereit, in enger Abstimmung mit der Kommission und den Majors an den künftigen Rahmenbedingungen des Musikgeschäfts zu arbeiten.
Wie MusikWoche bereits berichtete, fordern die Indies zudem eine genaue Überprüfung eines eventuellen Verkaufs von BMG Music Publishing an einen der Major-Verlage. Sollte einer der großen Mitbewerber als Sieger aus dem derzeitigen Bieterwettstreit um den BMG-Musikverlag hervorgehen, so würde dies die kollektive Marktmacht der Konzerne zementieren und so auch Auswirkungen auf die Arbeit der Verwertungsgesellschaften, auf die Lizenzierung von Musik für Onlineangebote und den Musikrechtehandel haben, heißt es aus Brüssel.
„Sony BMG muss aufgebrochen und der zwischenzeitlich entstandene Schaden abgegolten werden“, fordert Impala-Präsident Patrick Zelnik. Und Chairman Martin Mills ergänzt: „Wir wollen bei den betroffenen Parteien und der EU-Kommission darauf drängen, dieses Urteil umfassend umzusetzen. Sie müssen eine Lösung für das vom Gericht erkannte Problem der kollektiven Marktdominanz finden.“ Das Urteil könnte ein Wendepunkt sein und zur Wiederbelebung des Musikgeschäfts beitragen.







