“Wir sehen schon noch Luft nach oben“, berichtet Clemens Köhler, Geschäftsführer Four Manufacturing Services, im Gespräch mit MusikWoche. „Erstens haben auch die Amerikaner immer mehr Interesse an in Europa hergestellten Vinyls; zweitens ist es zumindest bei uns so, dass durch die stark vermehrte Produktion von Deluxe- beziehungsweise Fanboxen, die meistens Vinyl enthalten, die Auflagen steigen.“ Köhler schränkt jedoch ein: „Auf Herstellerseite kommt man allerdings leider nicht hinterher.“ Es gebe nur begrenzte Kapazitäten in Europa. Deshalb liegen derzeit die Standardlieferzeiten nach Freigabe der Testpressungen bei sechs bis zwölf Wochen: „Hier sehe ich auch kurzfristig keine Verbesserung, eher im Gegenteil.“ Den Engpass bei den Kapazitäten hält auch Holger Neumann, Geschäftsführer der Diepholzer Pallas Group, für kritisch: „Maschinenlieferanten gibt es nicht mehr, also käme nur ein Nachbau der vorhandenen Maschinen in Frage. Da das sehr zeitaufwendig und kostenintensiv ist, wird man sich wohl auf die vorhandenen Kapazitäten beschränken müssen.“ Vor diesem Hintergrund sieht Neumann denn auch kaum noch Luft für weiteres Wachstum im Vinylmarkt, „da weltweit die vorhandenen Kapazitäten völlig erschöpft“ seien. Viel wichtiger sei deshalb die Frage, „ob die Kunden weiterhin die langen Lieferzeiten akzeptieren“ oder irgendwann dazu übergehen, ein Produkt eben nicht auf Vinyl auf den Markt zu bringen.
Im Vinylmarkt drohen weitere Lieferengpässe
Die Nische wächst: Vinyl schrieb seine Erfolgsgeschichte auch 2014 fort. Das belegen unter anderem die Absatzzahlen zum Jahreswechsel aus den USA und Großbritannien. MusikWoche wollte von Duplizierern und Labelbetreibern wissen, ob es im Vinylgeschäft noch Luft für weiteres Wachstum gibt und ob auch die Kapazitäten der Presswerke beim Boom mithalten können.






