DVD&VideoReport: Auf DVD sind bisher erst sehr wenige Titel aus dem volkstümlichen Bereich erhältlich. Wie schätzen sie die Nachfrage in diesem Segment ein?
Franz Selb: Dass in diesem Bereich derzeit wenige DVDs angeboten werden, hängt damit zusammen, dass es bislang zu wenig attraktives Filmmaterial gibt und dass zum Teil die verantwortlichen A&Rs in den Tonträgerfirmen die Bedeutung der DVD unterschätzen. Wir müssen aber bei aller Euphorie auch davon ausgehen, dass im Hardwarebereich beim Zielpublikum noch Nachholbedarf besteht. Ich denke aber, dass sich hier zum Weihnachtsgeschäft 2001 viel Positives in dieser Richtung tun wird.
D&V: Was erwarten die Volksmusikkäufer von einer DVD?
Selb: Ich bin sicher, dass die Kunden Topqualität erwarten. Zusätzlich muss es auch einen Additional Value geben, wie z. B. eine Bildergalerie oder Interviews. In der Zukunft wird auch der Sound eine Rolle spielen, und es empfiehlt sich bereits heute, neue Videoprojekte mit einem Dolby-Surround-Mix zu versehen, da dies den Konsumenten ein tolles Hörerlebnis verspricht.
D&V: Welche Absatzerwartung haben Sie an die DVD der Kastelruther Spatzen? Wie ist das Verhältnis im Vergleich zum Video ? Selb: Da wir bislang von den Videos der Kastelruther Spatzen in Deutschland allein immer über 25.000 Stück verkauft haben, gehen wir davon aus, dass wir auch in diesem Fall diese Stückzahl erreichen können. Es wird aber in naher Zukunft ein nicht unerheblicher Wandel zugunsten der DVD eintreten, sodass voraussichtlich zwei Drittel der Verkäufe als DVD und nur noch ein Drittel als VHS-Video erfolgen werden. Das neue Video der Kastelruther Spatzen ist, wie bereits erwähnt, erstmals mit einem Dolby-Surround-Mix ausgestattet.
D&V: Vor zwei Jahren gab es von Koch bereits eine DVD der Kastelruther Spatzen und eine von den Klostertalern. Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt, und wie waren die Verkaufszahlen?
Selb: Im Falle der Kastelruther Spatzen und „Herzschlag für Herzschlag“ (zwischenzeitlich über 25.000 Videos in Deutschland verkauft) lag zwischen der Veröffentlichung des VHS-Videos und der DVD ein Zeitraum von circa zwei Jahren, weshalb hier der Vergleich zwischen VHS und DVD mit circa zehn Prozent für die DVD sehr gering ausfällt. Im Falle der Klostertaler fand die Veröffentlichung des VHS-Videos und der DVD beinahe zeitgleich statt, und in diesem Falle hat die DVD circa 25 Prozent der Gesamtverkäufe erreicht. Wir sind aber davon überzeugt, dass heute bei gleichzeitiger Veröffentlichung einer VHS- und DVD-Version das Verhältnis zumindest 50:50, oder geringfügig zugunsten der DVD ausfallen wird.






