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IFPI und RIAA erhöhen in der Piratenfrage den Druck auf Moskau

Mit IFPI-Chef John Kennedy und Neil Turkewitz, Executive Vice President der RIAA, befinden sich dieser Tage zwei Spitzenvertreter der Musikindustrie in Moskau, um mit Regierungsmitgliedern über das Piraterieproblem in Russland zu sprechen. Vom Erfolg im Kampf gegen die Raubkopierer hänge nicht zuletzt auch die Mitgliedschaft Russlands in der Welthandelsorganisation WTO ab, betonen IFPI und RIAA.

Mit IFPI-Chef John Kennedy und Neil Turkewitz, Executive Vice President der RIAA, befinden sich dieser Tage zwei Spitzenvertreter der internationalen Musikindustrie in Moskau, um mit Regierungsmitgliedern und anderen Funktionären über das Piraterieproblem in Russland zu sprechen. Vom Erfolg im Kampf gegen die Raubkopierer hänge nicht zuletzt auch die Mitgliedschaft Russlands in der Welthandelsorganisation WTO ab, betonen IFPI und RIAA bei ihrer Tour durch die Moskauer Institutionen. Unter anderem auf der Terminliste: ein Treffen mit Alexander Sokolow, Russlands Minister für Kultur und Medien.

Die organisierten Schwarzbrenner hätten ihre Produktion in den letzten drei Jahren verdreifacht, erklärte Turkewitz. Insgesamt habe man 38 illegale Presswerke ausfindig gemacht, die jährlich 450 Mio. nichtlizenzierte CDs und DVDs ausliefern. Neben dem heimischen russischen Markt zielten diese Hersteller vor allem auf die Märkte im mittleren Osten und in Südamerika. Man habe in 27 Ländern Schwarzpressungen aus 21 dieser Werke gefunden, sagte Kennedy. Neun dieser Fabriken seien für Inspektoren nicht einmal zugänglich, da sie sich in militärischem Sperrgebiet befänden. Während die IFPI den illegalen Musikmarkt in Russland auf 400 Mio. Dollar taxiert, setzten die Plattenfirmen im letzten Jahr nur 58 Mio. CDs ab.

Sollten sich die Regierungsbehörden nicht endlich gegen diese Missstände durchsetzen, werde Russland Schwierigkeiten bei seiner Bewerbung um WTO-Mitgliedschaft bekommen, heißt es. Erst in der vergangenen Woche machte US-Außenministerin Condoleezza Rice bei ihrer Russlandvisite deutlich, dass die Bush-Regierung in der Pirateriefrage mit ihrer Geduld am Ende sei. Die nötigen Gesetze zum Kampf gegen die Schwarzhändler seien vorhanden, doch ihre Einhaltung werde zu lax kontrolliert. Ein Ansatz der russischen IFPI-Landesgruppe ist nun der Versuch, den Import von CD-Rohlingen mit zusätzlichen Zöllen zu belegen, um damit die Gewinne der illegalen Presswerke zu reduzieren.

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