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IFPI, Sony Music und Universal Music gehen gegen Musi vor

Sony Music und Universal Music leiten in Kanada rechtliche Schritte gegen die Entwickler der Streaming-App Musi ein, die unlizenziert Musikinhalte von YouTube bezieht. Die Klage wird von der IFPI und ihrer kanadischen Niederlassung koordiniert.

Die Klage will geltend machen, dass Musi urheberrechtlich geschützte Tonaufnahmen unbefugt der Öffentlichkeit zugänglich mache. Zudem heißt es in der Klage, dass Musi gezielt technische Schutzmaßnahmen von YouTube umgehe, um Inhalte von der Plattform abzugreifen, und Kreativen sowie Rechteinhabern dadurch rechtmäßig zustehende Einnahmen vorenthalte.

„Musi ist ein ‚parasitärer’ Dienst, der viele Funktionen lizenzierter Musik-Streamingdienste bietet, sich jedoch auf den unbefugten Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Inhalte von Drittplattformen stützt“, teilt die IFPI mit. „Der Dienst profitiert durch eigene Werbe- und Abonnementmodelle von diesen Inhalten und steht damit in unlauterem Wettbewerb zum legalen Musikmarkt.“ Zudem weist der Verband darauf hin, dass Musi im September 2024 nach Beschwerden von Rechteinhabern und YouTube wegen Urheberrechtsverletzungen und Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen von YouTube  aus dem Apple App Store entfernt wurde. Dennoch bleibe der Dienst für Nutzer zugänglich, die die Anwendung zuvor heruntergeladen hatten.

„Wir setzen ein deutliches Signal gegen parasitäre Apps, die gezielt darauf ausgelegt sind, Kreative und ihre Musik auszubeuten sowie legitime Musikdienste zu untergraben“, sagt Victoria Oakley, CEO IFPI. „Musi und ähnliche illegale Dienste haben keinen Platz im heutigen Musikwirtschaftssystem, das auf der Förderung von Innovation durch Lizenzierung basiert. Dieses rechtliche Vorgehen ist ein wichtiger Schritt. Wir hoffen, dass es durch wirksame, direkte Maßnahmen seitens der App-Stores für Mobilgeräte sowie der Musikdienste, die von diesen Apps direkt ausgenutzt werden, weiter unterstützt wird.“

Patrick Rogers, CEO der kanadischen IFPI-Division Music Canada, führt aus: „Dieses Gerichtsverfahren sendet eine klare Botschaft: Dienste, die darauf ausgelegt sind, Schutzmechanismen von Plattformen zu umgehen und Musik unbefugt zu verwerten, sind keine legitimen Unternehmen. Die Branche wird weiterhin koordiniert gegen die unrechtmäßige Auswertung vorgehen, um Artists und Fans zu schützen. Unser Ziel ist einfach: sicherzustellen, dass Kreative für das Abspielen ihrer Musik vergütet werden – und das Abschalten parasitärer Apps ist ein Weg, dies zu erreichen.“