Die Zahl der weltweit vertriebenen Raubkopien hat sich im Laufe der letzten drei Jahre mehr als verdoppelt und ein jährliches Volumen von rund fünf Mrd. Dollar erreicht. Das gab IFPI-Chairman Jay Berman bei der Vorstellung des Piraterieberichts 2003 am 10. Juli in London bekannt. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Untersuchungen der IFPI mehr als eine Mrd. Piraterieprodukte auf den Markt gebracht – damit war jede dritte verkaufte CD eine Raubkopie. Damit übersteigt der weltweite Markt für Piraterieprodukte den aller legalen nationalen Märkte mit Ausnahme der USA und Japan. Die IFPI stellt nun eine Liste mit Ländern vor, deren Regierungen dringend in den Kampf gegen die Piraterie eingebunden werden sollen: Zu der von China angeführten Liste zählen außerdem Brasilien, Mexiko, Paraguay, Polen, Russland, Spanien, Taiwan, Thailand und die Ukraine. In China selbst beträgt die Pirateriequote nach IFPI-Angaben 90 Prozent. „Unsere Branche investiert massiv in den Kampf gegen die Piraterie“, erklärte Berman. „Aber unsere Selbsthilfestrategien benötigen die dringende Unterstützung der Regierungen.“ Dazu sei zunächst ein modernes Recht zum Schutze der Urheber nötig, außerdem müssen laut Berman die Überkapazitäten der Presswerke kontrollierbar werden. Schließlich sei es notwendig, dass die Rechtsprechung die organisierte Piraterie als ein Verbrechen erkenne und entsprechende Sanktionen möglich mache.
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