Die IFPI und weitere Repräsentanten der europäischen Tonträgerindustrie haben der EU-Kommission vorgeworfen, ihre Forderungen nach einer Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Tonträger zu ignorieren. Im derzeit in der Kommission kursierenden Entwurf zur Gesetzesvorlage, die am 9. Juli zur Abstimmung ansteht, soll eine Passage stehen, wonach keine Notwendigkeit bestehe, die bis zu 25 Prozent hohen Mehrwertsteuersätze auf CDs zu senken. Die IFPI sieht darin eine Diskriminierung der Musikbranche. Frances Moore, Regional Director IFPI Europe, erklärte, dass der Entwurf der EU-Kommission die berechtigten Forderungen der Petitionen von 1300 europäischen Künstlern gegen die überhöhten Mehrwertsteuerabgaben außer Acht lasse. „Tonträger werden ungerecht behandelt im Vergleich zu anderen Kulturgütern und -Dienstleistungen, die gegenwärtig von niedrigeren Mehrwertsteuerraten profitieren wie Bücher, Zeischriften, Tageszeitungen sowie Karten für Theater, Kino, und Konzerte“, erklärte Moore. Die Mehrwertsteuerraten auf Tonträger liegen derzeit zwischen 15 Prozent in Luxemburg und 25 Prozent in Dänemark und Schweden. Moore appellierte an die 20 EU-Kommissare, die Interessen der Musikbranche zu berücksichtigen. Sie kündigte zudem Vorstöße bei den EU-Finanzministern an, die abschließend über die Mehrwertsteuervorlage entscheiden werden.
IFPI erwartet CD-Kaufboom durch Senkung der Mehrwertsteuer






