Bei weltweiten Umsätzen in Höhe von 32,228 Milliarden Dollar schrieb die Musikbranche im vergangenen Jahr weltweit ein Minus von 7,2 Prozent. Im Jahr 2001 setzte die Tonträgerindustrie noch 34,649 Milliarden Dollar um. Gleichzeitig fiel auch die Zahl der verkauften Ton- und Bildträger um acht Prozent. Dazu trugen CD-Alben ein Minus von sechs Prozent bei, Singles büßten 16 Prozent ein und die Zahl der verkauften Cassetten brach um 36 Prozent ein. Nach Umsätzen gaben die Audio-Formate insgesamt um acht Prozent nach, gleichzeitig stiegen die Einnahmen im Bereich Musikvideo um neun Prozent. Dieses Segment verdankt seine Zuwächse vor allem dem DVD-Format: Im Vergleich zum Jahr 2001 legten die Umsätze der Musikbranche in diesem Segment um 40 Prozent zu. Als Hauptgrund für die Einbußen macht die IFPI weiterhin die Piraterie aus: Unautorisierte Internet-Angebote und die CD-Brennerei substituierten den weiterhin hohen Bedarf an Musik und sind nach Angaben der IFPI für rund 40 Prozent der globalen Einbußen verantwortlich. Außerdem verlor die Musikbranche Teile ihre Umsätze an konkurrierende Entertainment-Angebote wie den DVD-Filmmarkt und die Games-Industrie. Dennoch habe die Musikindustrie laut IFPI unter anderem dank Preisabschlägen oder mit Zusatz-Features ausgestatteten Veröffentlichungen die Zahl der verkauften Audio-CDs in 30 nationalen Märkten steigern können. Unter diesen finden sich mit Frankreich und Italien aber nur zwei der zehn weltweit größten Tonträgermärkte – die restlichen 28 zählen zum Kreis der Nationen ab Rang elf der IFPI-Statistik, die insgesamt nur 15 Prozent aller Umsätze im globalen Tonträgergeschäft erwirtschaften. Das DVD-Geschäft profitierte nach Einschätzung der IFPI von der steigenden Zahl verfügbarer Player und von der VÖ-Flut der Hersteller: Allein die fünf Majors brachten im Jahr 2002 rund 1300 Musikvideos auf DVD in den Handel. Während die DVD nach Stückzahlen um 58 Prozent zulegen und Einbrüche bei VHS-Cassetten in Höhe von 42 Prozent ausgleichen konnten.
IFPI-Jahresbericht: Musikbranche setzt global 32 Milliarden Dollar um
Die Musikbranche verzeichnete im Jahr 2002 zum dritten Mal in Folge Rückgänge nach Umsätzen und Verkaufszahlen. Auch der Boom im DVD-Geschäft konnte nicht kaschieren, dass die Verluste gegenüber dem Vorjahr noch einmal anstiegen.






